Die ersten Winter-Paralympics in Schweden

Der Wintersport für Athleten mit körperlichen Behinderungen entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg allmählich, als eine grosse Zahl von verletzten Soldaten und Zivilisten versuchte, wieder in den Skisport zurückzukehren. Frühe Pioniere, wie der doppelbeinamputierte Sepp Zwicknagl aus Österreich, experimentierten mit dem Skifahren mit Prothesen. Weitere Neuerungen gab es bei der Konstruktion von Skiausrüstungen, wie z.B. das dreispurige Skifahren mit Krücken. Dies führte im Februar 1948 zum ersten Kurs im dreispurigen Skifahren, an dem 17 Teilnehmer aus ganz Österreich teilnahmen.

In den 1970er Jahren begannen die Skilanglaufwettbewerbe, und 1974 wurden die ersten Weltmeisterschaften in Grand Bornand, Frankreich, ausgetragen. Sie beinhalteten alpine und nordische Wettbewerbe für Athleten mit Amputationen und Sehbehinderungen. Dies führte schliesslich 1976 zu den ersten Paralympischen Winterspielen, an denen 198 Para-Athleten (161 Männer und 37 Frauen) aus 16 Ländern teilnahmen, die in zwei Sportarten und 53 Medaillenwettbewerben antraten.

Zwei Disziplinen: Ski alpin und Skilanglauf

Bei den ersten paralympischen Winterspielen wurden Wettbewerbe im Ski alpin und Skilanglauf für amputierte und sehbehinderte Athleten ausgetragen. Ausserdem wurde eine Demonstration im Eisschlittenrennen abgehalten.

Quelle:
https://www.paralympic.org/ornskoldsvik-1976

10 Goldmedaillen für die Schweiz

Als Ski-Nation war die Schweiz auch bei den ersten Winter-Paralympics sehr erfolgreich. Die Schweiz und Westdeutschland glänzten je mit 10 Goldmedaillen. Folgende Schweizer Athleten nahmen erfolgreich in den Disziplinen von Ski alpin teil:

  • Heinz Moser: 3 Goldmedaillen in der Alpinen Kombination, Slalom und Riesenslalom
  • Irene Moillen: 3 Goldmedaillen in der Alpinen Kombination, Slalom und Riesenslalom
  • Eugen Diethelm: 1 Gold im Riesenslalom und 1 Silbermedaille in der Alpinen Kombination
  • Elisabeth Osterwalder: 1 Goldmedaille im Slalom

Für Franz Nietlispach, der später als Leichtathlet und schliesslich als Handbiker grosse Erfolge feierte und bis 2011 aktiv war, nahm in Schweden bei seinen ersten Winterspielen teil. Vier Jahre später holte er in Norwegen seine erste Paralympics-Goldmedaille im Slalom. Dieser Sieg ist bis heute eine seiner besten Erinnerungen. Die Wettkämpfe wurden als Parallelslalom mit Halbfinale und Finale ausgetragen, was für die Zuschauen spektakulär war. Am Ende zählte jedoch die Bestzeit der Läufe. Franz Nietlispach berichtet von der guten Stimmung und wie sein damaliger japanischer Konkurrent im letzten Lauf stürzte und dann das japanische Team neben ihm herlief, um auch den Schweizer zu stoppen. Ohne Erfolg: Franz Nietlispach liess sich nicht ablenken und fuhr als Erster auf das Podest.

Im Langlauf gewann Germain Oberli die Goldmedaille übe 10 km und die Bronzemedaille über 15 km.

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