Paris 2024 DE 5. September 2024

Die Handbiker Fabian Recher, Sandra Stöckli und Benjamin Früh holen im Strassenrennen drei paralympische Diplome. Judoka Carmen Brussig muss sich von China und Deutschland geschlagen geben.

Fabian Recher hat das paralympische Strassenrennen in der Kategorie H4 im starken 5. Rang beendet. Lange hatte der Berner im Kampf um die Medaillen mitmischen können, am Schluss fehlten ihm 66 Sekunden zu Bronze. Zuerst war er Leader der Verfolgergruppe, dann Dritter, ehe ihm ein Zusammenstoss mit dem Belgier Jonas Van de Steene viel Zeit kostete und in die Tech-Zone zwang. Rechers Schlussfazit: «Es war mega cool, in den Top 4 mitkämpfen zu können und ich hatte gehofft, den dritten Platz über die Runden zu bringen, aber es war ein Ausscheidungsrennen.» Recher war gesundheitlich nach einer Erkältung angeschlagen ins Rennen gestartet, er zeigte aber grossen Kampfgeist - und das stimmte ihn positiv: «Ich hatte nicht meinen besten Tag, bin aber froh, dass ich trotzdem starten und fighten konnte.»

Sandra Stöckli fuhr bei regnerischen Bedingungen in Clichy-sous-Bois mit einem Rückstand von knapp sieben Minuten auf die Siegerin auf den 8. Rang. «Ich bin froh, gesund und ganz ins Ziel gekommen zu sein», gab sie unverblümt zu Protokoll, «die Strasse ist in nassem Zustand wie Schmierseife.» Nach wenigen Kilometern stand sie schon quer auf der Strasse und irgendwann habe bei ihr auch die Vernunft obsiegt. «Ich bin bereit, sehr viel zu riskieren, aber Kopf und Kragen dann doch auch nicht mehr .» Nichtsdestotrotz gab Stöckli damit einen weiteren Beweis ihrer Konstanz auf hohem Niveau. Auch in Rio mit dem 8. Platz im Strassenrennen und Tokio mit Rang 8 im Zeitfahren hatte sie jeweils ein Diplom geholt. Am Samstag steht für sie zum Abschluss noch die Mixed-Staffel im Programm.

 

Judoka Carmen Brussig auf Rang 7

Carmen Brussig ist bei ihrer Paralympics-Premiere für die Schweiz in ihren beiden Kämpfen ohne Sieg geblieben. Die 47-Jährige, die für ihr Geburtsland Deutschland früher einen kompletten Medaillensatz gewonnen hatte, beklagte in der Gewichtsklasse bis 48 kg allerdings auch Auslosungspech. Zuerst unterlag sie der Chinesin Li Liqing, Goldgewinnerin in Rio, anschliessend der Deutschen Isabelle Thal. Beide Kämpfe endeten mit Ippon, jeweils vor Ende der ersten Wettkampfminute. «Schlecht war es nicht, aber es hat halt nicht gereicht. Ich wusste aber vorher, dass es schwierig wird», sagte Carmen Brussig. Das Diplom für den geteilten 7. Rang hat sich die Glarnerin dennoch absolut verdient: In ihrer Kategorie waren nur die Top 8 der Welt am Start.

 

Text: Marco Keller

Foto: Ennio Leanza

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