Ueli Rotach, Ski alpin


Quick Facts
Status
AktivWohnort
Ulisbach 9631
Geburtsdatum
01.07.2002
Beruf
Polymechaniker
Disziplinen
Slalom, Riesenslalom, Super-G
Wettkampfklasse
LW3
Behinderung
Spastische Tetraparese links (beinbetont), Rumpf-Ansteuerung beeinträchtigt, links und rechts unerschöpfbarer Klonus
Behinderungsgrund
Hirnschlag / Basilaristhrombose
Motto
"got nöd, giz nöd"
Der Toggenburger Ueli Rotach war schon als Kleinkind ein begeisterter Skifahrer. Bereits im Alter von zwei Jahren stand er gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder und seinen Eltern erstmals auf den Skiern. Doch ein einschneidendes Ereignis veränderte sein Leben grundlegend: Mit fünf Jahren erlitt er auf dem Weg in den Kindergarten einen Hirnschlag. Eine Woche im Koma und viele Ungewissheiten folgten. Dass er wieder aufwachte, grenzte an ein Wunder, hatten ihn die Ärzte beinahe schon aufgegeben.
Die Diagnose lautete spastische Tetraparese. Bei Ueli äussert sie sich vor allem in eingeschränkter Rumpfstabilität, einer Beeinträchtigung der linken Körperseite – insbesondere des Beins – sowie einem starken, anhaltenden Klonus.
Nah dem Ereignis begann für ihn eine intensive Rehabilitationsphase. Innerhalb eines Jahres musste er alles neu lernen: schlucken, sprechen, gehen – und später auch wieder Ski fahren. «Sobald ich wieder denken konnte, wollte ich Skifahren. Eines meiner ersten Wörter war ‚Skifahren‘», erzählt der Para-Sportler. An vieles erinnert er sich selbst, anderes kennt er aus den Erzählungen seiner Eltern, die stets an ihn geglaubt haben.
Gemeinsam mit seinem Vater kämpfte er sich zurück auf die Piste. «Er gab nie auf – auch dann nicht, wenn ich selbst daran zweifelte», sagt Ueli. Das Motto «Geht nicht, gibt’s nicht» begleitet ihn bis heute. Seine grösste Stärke ist sein Durchhaltewille – der feste Glaube daran, dass alles möglich ist, wenn er selbst einen Weg sieht.
2016 fand Ueli dank eines Lehrers zum Para-Sport. Dieser machte ihn auf die Stützpunkttrainings von PluSport aufmerksam. Bereits 2017 bestritt er sein erstes Rennen, seither gehört er dem Nachwuchsteam an. «Im Verhältnis fahre ich besser Ski, als ich laufe. Auf den Skiern bin ich unabhängiger, freier», beschreibt er sein Gefühl auf der Piste.
Seit der Saison 2024/2025 startet der Toggenburger im Weltcup im Riesenslalom. Sein grosses Ziel ist der Aufstieg ins Nationalkader – und die Teilnahme an den Paralympics. Zu seinen bisherigen sportlichen Höhepunkten zählen ein Weltcup-Start dank Wildcard im Jahr 2020 sowie ein FIS-Rennen, bei dem er die Bestzeit bei den Herren erzielte. Wenn er nicht mit dem Nachwuchsteam trainiert, ist er mit Familie und Freunden auf der Piste oder mit dem Velo unterwegs. Sein älterer Bruder ist im Schwingen aktiv.
Seine Leidenschaft für technische Präzision spiegelt sich auch in seinem Beruf wider: Der ausgebildete Polymechaniker arbeitet in einem Betrieb in Wattwil, wo er auch seine Lehre abgeschlossen hat. Langfristig möchte er sein Arbeitspensum reduzieren, um sich noch intensiver dem Spitzensport widmen zu können. Training bedeutet für ihn tägliche Arbeit an Koordination, Stabilität und Kraft – mit dem klaren Ziel, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.
| Jahr | Event | Klasse | Disziplin | Rang |
|---|---|---|---|---|
| 2026 | Milano Cortina 2026, Ski alpin | Standing | Riesenslalom | 26 |
| 2026 | Milano Cortina 2026, Ski alpin | Standing | Super-G | 26 |