Zwei weitere Medaillen für das Schweizer Para-Cycling-Team

Zwei weitere Medaillen für die Schweiz an der Para-Cycling-Bahn-WM in Apeldoorn: Flurina Rigling verteidigt ihr Regenbogentrikot im Scratchrennen erfolgreich. Der Aargauer Quirin Lutz gewinnt im Sprint Bronze. Der 21-Jährige steht erstmals an einer WM auf dem Podest.
Flurina Rigling setzt ihren erfolgreichen WM-Auftritt in Apeldoorn fort. Nach Gold und einem Weltrekord im Zeitfahren am Donnerstag sichert sich die Zürcherin am Freitag ihren zweiten Titel. Im Scratchrennen der Kategorie C2 kamen die Britin Amelia Cass und die Amerikanerin Allison Jones nicht an der Schweizerin vorbei. Einzig die Chinesin Wangwei Qian überquerte die Ziellinie vor Rigling und holte Gold in der Kategorie C1. Die Wettkampfklassen C1-C2 bestreiten das Scratchrennen an der WM zwar gemeinsam, werden jedoch getrennt gewertet.
«Das Rennen ist etwas anders gelaufen als erwartet, aber ich bin sehr glücklich, dass meine Beine so gut mitgemacht haben. Ich bin sehr zufrieden mit den ersten beiden Wettkampftagen», sagt Rigling. Noch vor dem Sprintfinal von Quirin Lutz freut sie sich nicht nur über ihre Medaille, sondern auch über die Medaillenchance ihres Teamkollegen.
Lutz überrascht mit taktisch starkem Halbfinal-Sprint
Dem Aargauer Quirin Lutz fehlen nach seinem ersten grossen WM-Erfolg beinahe die Worte. «Ich bin glücklich über Bronze. Top 3 der Welt, das klingt schon gut. Es ist unglaublich», sagt der 21-Jährige. Die Freude steht ihm ins Gesicht geschrieben.
Dabei war die Ausgangslage nach seiner Qualifikation anspruchsvoll. Im Halbfinal traf der Aargauer unter anderem auf den französischen Weltrekordhalter Alexandre Léauté. Mit einer taktisch starken Fahrt entschied Lutz den Sprint für sich. Er übernahm früh die Führung und verteidigte konsequent die Innenbahn. Léauté musste den längeren Weg aussen nehmen und fand keinen Weg am Schweizer vorbei. Mit 0,093 Sekunden Vorsprung gewann Lutz seinen Halbfinal und zog ins Dreierfinal ein.
Auch im Kampf um die Medaillen ergriff Lutz die Initiative. Zwei Runden vor Schluss attackierte er, ehe ihn seine beiden Konkurrenten auf der Zielgeraden überholten. Hinter dem Niederländer Hidde Buur und dem Australier Gordon Allan sicherte er sich Bronze – seine erste WM-Medaille.
Der Zusammenhalt im Schweizer Para-Cycling-Team gibt sowohl Quirin Lutz als auch Flurina Rigling Rückhalt: «Wir können uns gegenseitig pushen und spielen bei Wartezeiten im Velodrom Spiele. Das hilft uns und dem ganzen Team», meint Rigling.
Weitere Chancen am Wochenende
Am Samstag stehen für alle drei Schweizer Para-Cycler*innen weitere Rennen auf dem Programm: Quirin Lutz startet im Zeitfahren über einen Kilometer, Flurina Rigling im Sprint und Laurent Garnier in seiner Lieblingsdisziplin, dem Scratchrennen. Zum Abschluss der WM folgen am Sonntagnachmittag die Ausscheidungsrennen.
Bild: Jean-Baptiste Benavent


