Robin Cuches dritte Medaille: «Ein Wahnsinn!»

Der Neuenburger holt im Riesenslalom Silber und sagt: «Dafür hätte ich am Morgen unterschrieben.» Eine Erfolgsmeldung gab es für Pascal Christen in der Kategorie Sitzend: Er sicherte sich mit Platz 8 ein Diplom.
In der Mixed Zone setzt er sich auf einen Stuhl und atmet tief durch. Robin Cuche hat erneut überzeugt, diesmal im Riesenslalom. Nach Gold in der Abfahrt und Gold im Super-G kommt eine silberne Auszeichnung dazu. «Dafür hätte ich am Morgen unterschrieben», sagt der 27-jährige Neuenburger. «Ich habe nach dem Sturz in der Alpinen Kombination zwei Tage nicht trainiert, sondern das Bein geschont.»
Drei Medaillen in vier Rennen – das ist eine überragende Bilanz. Drei Medaillen – das ist auch die Ausbeute, die er sich vor den Winterspielen vorgenommen hat. Eine davon sollte eine goldene sein. Cuche sprach nicht öffentlich darüber («schliesslich können viele andere auch gut Ski fahren»), sondern nur mit Nationaltrainer Mauritz Trautner. Und einmal unterhielt er sich im Kraftraum mit Sven Brasser, der zum Trainerteam gehört. Brasser sagte ihm: «Du willst sicher mehr als eine Medaille …»
Cuche setzte sich selbst am meisten unter Druck und hielt den hohen Erwartungen stand. Welcher Begriff passt am besten zu diesem Höhenflug? «Wahnsinn!» Rang 2 im Riesenslalom ordnet er sehr hoch ein, weil die Konkurrenz in diesem Rennen sehr hoch war: «Acht bis zehn Athleten waren Podestkandidaten.»
Ein «Problem» nimmt er gern auf sich. «Ich freue mich nicht unbedingt darauf, gleich alle drei schweren Medaillen am Abend im House of Switzerland zu tragen», sagte er mit einem Augenzwinkern. «Aber für Fotos und die Medien mache ich das natürlich …»
Emerick Sierro wieder Neunter
Die nächste starke Vorstellung bot Emerick Sierro. Der erst 19-jährige Waadtländer wurde wie in der Alpinen Kombination Neunter. Die zweite Top-10-Klassierung an diesen Paralympics liess ihn sagen: «Der erste Lauf entsprach nicht ganz meinen Vorstellungen. Mit dem zweiten Lauf bin ich aber sehr zufrieden. Ich hatte unterwegs ein ausgezeichnetes Gefühl.» Und: «Jetzt freue ich mich auf den Slalom.» Spürt er keine Müdigkeit? «Nein. Jetzt heisst es: noch einmal Vollgas geben. Auch wenn Slalom nicht meine bevorzugte Disziplin ist.»
Théo Gmür: «Keine positive Bilanz»
Gleich hinter Emerick Sierro beendet Théo Gmür das Rennen. Rang 10 – das ist nicht das, was sich der dreifache Paralympicsgewinner von 2018 vorgestellt hat. «Viel gibt es nicht zu sagen, ausser dass es weh tut», erklärt er im Ziel. «Es waren nicht meine Spiele.»
Der Routinier mochte nicht länger zurückblicken, sondern fügte an: «Die einzige Antwort, die ich geben kann, ist die: wieder aufstehen und zeigen, wozu ich in der Lage bin.» Auf die schwierigen Schneebedingungen wollte er sein Abschneiden nicht zurückführen: «Ich suche jetzt keine Ausreden. Die Resultate sind da, und sie schmerzen.»
Ueli Rotach: «Es hat Spass gemacht»
Rang 26 im Super-G, Rang 26 auch im Riesenslalom – Ueli Rotach schloss sein zweites und letztes Rennen in Cortina auf demselben Platz ab. «Es hat Spass gemacht», sagte der Toggenburger und zog eine positive Bilanz: «Cool, durfte ich zum ersten Mal die Paralympics erleben. Jetzt bin ich um einige Erfahrungen reicher. Die Atmosphäre an diesem Anlass, das Drumherum – einfach riesig und einmalig.»
Pascal Christen: Fahrt zum Diplom
In der Kategorie Sitzend lieferte Pascal Christen eine sehr gute Leistung ab. Der Nidwaldner fuhr auf Rang 8 und verdiente sich damit ein Diplom. «Ich hatte mir das Ziel gesteckt, ein Diplom zu gewinnen. Das habe ich nun geschafft», sagte er. «Ich bin froh, dass es mir heute gelungen ist. Die Chancen waren doch deutlich grösser als im Slalom.»
Die Bedingungen waren zwar sehr anspruchsvoll. «Nicht einfach», wie es Christen formulierte, «im zweiten Lauf waren sie völlig anders, weil die Piste mit Salz präpariert wurde.»
Christophe Damas auf Rang 13
«Ich bin zufrieden, wie ich 80 Prozent der Kurven gemeistert habe», so Christophe Damas. «Die anderen 20 Prozent waren nicht optimal. Sie erklären, weshalb ich am Ende auf Platz 13 landete.» Zu viele Worte wollte er über die Unterlage nicht verlieren: «Die Verhältnisse waren für alle dieselben.» Jetzt steht für ihn noch der Slalom am Sonntag an, für den er sich das Motto bereits zurechtgelegt hat: «Voll attackieren.»


