29. Mai 2022

Am vierten und letzten Wettkampftag der ParAthletics 2022 in Nottwil gab es nochmals einen Europarekord und 10 Siege für das Schweizer Team. Die heimischen Para-Leichtathletinnen und -athleten haben gegen die Weltelite auf der ganzen Linie überzeugt. Catherine Debrunner (Geuensee) und Marcel Hug (Nottwil) stachen mit mehreren Weltrekorden und Siegen heraus.

Mehr als 300 der weltbesten Para-Leichtathletinnen und -athleten waren von Donnerstag bis Sonntag an den ParAthletics 2022 in Nottwil am Start. Brilliert hat allen voran das Schweizer Team. Die Bedingungen mit angenehmen Temperaturen und wenig Wind waren ideal. Zudem wurde der Heim-Vorteil auf der schnellen Bahn des Schweizer Paraplegiker-Zentrums ausgenutzt. Catherine Debrunner mit vier WeltrekordenEs war ein äusserst erfolgreiches Meeting für Catherine Debrunner. Seit anfangs Jahr ist sie Profi und fokussiert voll und ganz auf den Sport. Nur so kann sie längere Aufenthalte in den Niederlanden bei ihrem Trainer Arno Mul realisieren. Dieser Entscheid hat sich ausbezahlt. Bei insgesamt sieben Rennen knackt sie gleich vier Weltrekorde auf den Distanzen zwischen 100 und 800 Meter. Es sind aber nicht nur die Spitzenzeiten, sondern auch die Konstanz über die vier Wettkampftage, die beeindrucken. Dass sie zu den weltbesten ihrer Kategorie gehört, hatte sie schon letztes Jahr an den Paralympics in Tokio mit einer Gold- und einer Bronzemedaille bewiesen. Catherine Debrunner sagte am Sonntag nach dem letzten Wettkampf: «Es war ein grandioses Meeting, zwar kräfteraubend, aber es hat grossen Spass gemacht. Events mit vielen Starts, mit internationaler Konkurrenz, mit Zuschauern und spannenden Begegnungen; das ist es, was ich so sehr liebe.» Nun geht es zuerst in die wohlverdienten Ferien bevor die Athletin aus Geuensee sich wieder voll dem Sport widmet: «Danach gehe ich 11 Wochen in die Niederlande, um intensiv zu trainieren. Weiterhin arbeite ich an meinen Sprintfähigkeiten, aber ich werde auch vermehrt Ausdauertrainings machen, denn im September starte ich in Berlin an meinem ersten Marathon. Ob ich dann auch noch denjenigen in London mache, werde ich erst dann entscheiden.» In nächster Zeit will sie beide Disziplinen, Bahn und Marathon, bestreiten. Hug blieb fünfmal ungeschlagenAuch Marcel Hug hatte ein dichtgedrängtes Programm mit fünf Starts in den vier Tagen. Er blieb bei allen Rennen ungeschlagen. Sein grösster Konkurrent war der junge Brite Daniel Sidbury, der allerdings Mühe bekundete, das schnelle Tempo jeweils mitzuhalten. Das positive Fazit von Hug zum Abschluss: «Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen an den ParAthletics und habe meine Ziele erreicht. Gerade der Weltrekord über 1500 und die Europarekorde über 800 Meter haben mich extrem gefreut. Eigentlich bin in nicht der allerschnellste Starter, was für 800 Meter ja sehr wichtig ist, doch bin ich dem Weltrekord hier ziemlich nahe gekommen. Er würde eigentlich drin liegen.» Nun bestreitet der Nottwiler noch ein paar nationale Bahnwettkämpfe und Einlagerennen an den Diamond League Leichtathletikmeetings in Zürich und Lausanne, bevor er dann das Training auf die Marathons umstellt. Neben Berlin, London, Chicago und New York stehen bei ihm auch der Oita Marathon auf dem Programm. «Vielleicht fahre ich sogar an den Dubai Marathon.»Die beiden auf die Kurzdisziplinen spezialisierten Schweizer Tetraplegiker Beat Bösch (Nottwil) und Fabian Blum (Pfaffnau) lieferten sich jeweils hart umkämpfte Duelle. Zweimal trug Beat Bösch und zweimal Fabian Blum den Sieg davon. Weitere TalenteManuela Schär (Kriens) konnte aufgrund einer Verletzung nicht an den Heim-Wettkämpfen teilnehmen. In ihrer Kategorie T54 konnte zwar Patricia Eachus nicht ganz in ihre Fussstapfen treten, zeigte aber gerade auf den Distanzen über 1500 und 5000 Meter viel Potenzial mit Topplätzen. Im heutigen Rennen über 5000m, in dem Eachus gute Dritte wurde, zeigte die Amerikanerin Susannah Scaroni eine beeindruckende Leistung. Sie setzte sich schon nach 120 Meter vom Feld ab und konnte bis ins Ziel nicht mehr eingeholt werden. Sie stellte dabei mit einer Zeit von 10:38.46 einem neuen Weltrekord auf. Alexandra Helbling (Nottwil) konnte in den Sprintwettkämpfen mehrere Podestplätze herausfahren. Beide Schweizerinnen starteten in grösseren Feldern mit international erfolgreichen Athletinnen. Daneben sammelten auch viele junge Talente in Nottwil Erfahrungen. Bei den in die ParAthletics integrierten Schweizer Meisterschaften konnten sie bereits Podestplätze erlagen.

Bei den stehenden Athletinnen und Athleten waren die Startfelder oft sehr klein. Aus diesem Grund ist eine Einordnung sehr schwierig.

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