Milano Cortina 2026 DE 13. März 2026

Der 24-jährige Silbermedaillengewinner von Cortina spricht über die schwierigen Tage nach dem Sturz, seinen Erfolg –und was ihm am Morgen des Banked Slaloms durch den Kopf ging.

Fabrice, du hast einigen Stoff für eine besondere Geschichte geliefert: Sturz im Training, Gehirnerschütterung, Stunden der Ungewissheit – und dann die Silbermedaille. Wie hört sich das für dich an?

Die Story ist sicher nicht schlecht. Es ist extrem schön, dass alles so aufgegangen ist. Wobei ich ehrlich sagen muss: Auch ohne Medaille wäre ich zufrieden gewesen. Ich freute mich enorm, dass ich überhaupt rechtzeitig für den Banked Slalom fit wurde. Und ein bisschen stolz war ich auch, dass ich das geschafft hatte.

 

Hättest du Anfang Woche für einen Start im Banked Slalom unterschrieben?

Ganz sicher. Ich habe keine einfachen Tage hinter mir. Es tat weh, im Cross nicht dabei sein und etwas zeigen zu dürfen, zumal Cross eher meine Disziplin ist. Diese Chance war weg. Ich lag flach und wusste nicht, ob es wenigstens für einen Einsatz im zweiten Rennen reicht. Ich hatte das Glück, bestens versorgt und aufgehoben zu sein. Teamärztin Marion Grögli und Physiotherapeutin Nadja Hartmann sind absolute Profis, die sehr gut zu mir geschaut haben.

 

Was sagte dir dein Bauchgefühl am Morgen des Wettkampftages?

Also mein erster Gedanke am frühen Morgen war: Ich bin Snowboarder, normalerweise stehe ich nicht vor 5 Uhr auf … (lacht) Ich spürte eine gewisse Anspannung, aber das ist kein schlechtes Zeichen. Ich ging mit der Einstellung in den Tag, dass ich alles tue, um das Maximum zu erreichen – egal, welche Bedingungen herrschen.

 

Du warst im ersten Lauf der Zweitschnellste. War dir da bewusst, dass du den Grundstein für eine Medaille gelegt hast?

Während der Fahrt hatte ich ein gutes Gefühl – und vor allem hatte ich richtig Spass am Snowboarden. Es gibt immer Dinge, die man korrigieren kann, auch nach diesem Lauf. Aber als ich im Ziel war, sah es tatsächlich gut aus.

 

Lässt sich der Erfolg schon einordnen?

Als klar war, dass ich Silber gewonnen habe, überforderte mich das ein wenig. Mir blieb unmittelbar nach dem Rennen nicht viel Zeit, um die Gedanken zu sortieren, weil einige Verpflichtungen anstanden. Viele Sportler sagen nach einem grossen Erfolg, dass sie sich schwertun, ihn einzuordnen – jetzt erlebe ich das selbst. Ich realisiere es irgendwie noch nicht, was ich erreicht habe. Aber das ist halb so wild. Ich sage mir: Ich habe etwas Grosses geschafft, durfte einen coolen Tag erleben und Spass haben. Dass so viele Leute dabei waren und nun auch einige Medienanfragen kommen, gehört dazu. Es ist schön, diese Anerkennung zu erhalten.

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