7. Juni 2021

Cascais, 07.06.2021 – Fast anderthalb Jahre war Corona bedingt Zwangspause – und nun kommt es Schlag auf Schlag. Die Schweizer Paracycler*innen treten zunächst zur EM in Österreich an und verfrachten das Gepäck im Anschluss direkt nach Portugal. Dort steht mit der Weltmeisterschaft eine grosse Reifeprüfung und zugleich letzte Qualifikationsmöglichkeit für Tokio 2020 auf dem Programm.

Insgesamt zwölf Schweizer Athlet*innen gehen bei der UCI-Veranstaltung an den Start. Davon gehören drei Fahrer*innen zur Standing-Kategorie und die übrigen neun sind mit dem Handbike unterwegs. Die portugiesische Küstenstadt Cascais richtet die Weltmeisterschaft aus - die Wettkämpfe finden auf der Rennstrecke in Estoril statt, die auf Gemeindegebiet liegt.
«Wir sind fast zwei Jahre ohne wirkliche Standortbestimmung gewesen», sagt Delegationsleiter Matthias Schlüssel. Das sei besonders für jüngere Athlet*innen eine grosse Herausforderung.

Neuling und Veteran in einem Team

Die Schweizer Delegation könnte in ihrer Zusammensetzung unterschiedlicher kaum sein: Der Ex-Mountainbiker Laurent Garnier beispielsweise ist erst seit 2020 im Para-Spitzensport aktiv. Die Para-Sport-Legende Heinz Frei dagegen kann auf eine rund vierzigjährige Karriere zurückblicken, die er mit einer Teilnahme an den Paralympics in Tokio um ein Kapitel erweitern möchte.
Seine Form konnte er in dieser Woche an der EM in Österreich unter Beweis stellen. Der 63-jährige Frei gewann im Zeitfahren eine Silbermedaille - Sandra Graf fährt die schnellste Zeit heraus und sichert sich Gold. Bei beiden ist die Qualifikation für Tokio allerdings noch nicht in trockenen Tüchern. «Deshalb ist die WM auch sehr wichtig», sagt der Handbike-Nationaltrainer Michael Würmli. Es sei für alle Fahrer*innen eine letzte Möglichkeit sich zu empfehlen.

Rennstrecke bietet spezielle Herausforderungen

Die Para-Cycler*innen hatten in den letzten anderthalb Jahren nur beim Weltcup im belgischen Ostende und bei der Flandernrundfahrt die Gelegenheit sich international zu vergleichen. Umso grösser sei jetzt die Lust auf die Wettkampfluft an einer WM, so Würmli.
Auf der Rennstrecke in Estoril fuhren schon Formel-1-Fahrer um die Wette. Nun sind dort die Handbiker und stehenden Velo-Athleten an kurzen und steilen Anstiegen gefordert. Chancen auf einen Podestplatz rechnet sich Sandra Graf aus, die beim Weltcup in Ostende im Mai zwei zweite Ränge herausfahren konnte. Bei der letzten WM, die 2019 in Emmen (NED) ausgetragen wurde, gewann Graf eine Silber- und eine Bronzemedaille.

Ungewissheit und Vorfreude

Bei den stehenden Athlet*innen schaut man vor der WM in Cascais in eine Art «Blackbox». Viele der Fahrer*innen seien in der Coronazeit vorwiegend Rennen mit Fussgängern gefahren, weshalb es nur wenige Vergleichswerte gegeben habe, so Dany Hirs, Nationaltrainer der Standcycler.
Für die Schweiz gehen der Routinier und Paralympics-Teilnehmer Roger Bolliger sowie Fabio Bernasconi und Laurent Garnier an den Start, die erst seit 2019 respektive 2020 im Para-Sport aktiv sind.
Bei ihnen steht noch eine Klassifizierung auf internationalem Niveau aus. Anspruchsvoll sind auch die Anpassungen an den Velos, da jeder Fahrer ein individuelles Handicap hat. «Da ist Fantasie gefragt», so Hirs. Auf die Rennstrecke in Estoril freut er sich: «Es gibt einen Flow, da selten starkes Abbremsen gefordert ist».

Bei der Cycling-WM treten rund 300 Athlet*innen aus 39 Ländern an. Die zahlenmässig grössten Teams kommen aus Spanien, Italien und den Niederlanden. Der Event startet mit dem Team Relay – danach stehen während zwei Wettkampftagen Zeitfahren auf dem Programm. Zum Abschluss messen sich die Fahrer*innen bei Strassenrennen.
Informationen zum Anlass können hier abgerufen werden. Swiss Paralympic berichtet vor Ort von der WM – auf der Website, über einen Newsletter und über die Social-Media-Kanäle.

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