3. September 2021

Nach dem grossen Donnerstag mit fünf Medaillen ist der Freitag fürs Schweizer Team etwas ruhiger. Passiert ist trotzdem einiges.

“Ich habe mich heute etwas verpokert.” Rollstuhlsportler Beat Bösch wird über 100 m Fünfter, er kann mit der Platzierung leben, aber spricht doch von etwas gemischten Gefühlen. Bösch ist mit der Regenausrüstung für eine nasse Bahn angetreten, die Prognosen waren recht eindeutig. Überraschend wird es kurz vor seinem Rennen zusehends trockener. Einmal auf der Bahn, kann er am Equipment nichts mehr ändern, auch die Handschuhe nicht mehr wechseln. Das verändert den Grip, er verliert am Ende Zeit, “vielleicht wäre Rang 4 drin gelegen”. So endet seine Karriere auf der grössten Bühne im Para-Sport nicht ganz nach Wunsch, “ich weiss nicht, wie es nun genau weitergeht, aber es waren meine letzten Paralympics.”

Lange kann Nora Meister ihre Bronzemedaille über 400 m Freistil nicht feiern, am Morgen danach steht schon das nächste Rennen an. Über 100 m Rücken kommt sie mit der siebtbesten Zeit (1:24,44) in den Final. So restlos zufrieden ist sie mit ihrer Leistung nicht, sie bleibt zweieinhalb Sekunden über ihrer Bestzeit, “aber ich freue mich, dass ich bei den besten 8 dabei bin und hoffe, dass es im Final etwas besser läuft”. Vielleicht hilft eine schöne Geste aus der Heimat. Als ihr nämlich die herzlichen Glückwünsche ihrer Schulklasse der Alten Kantonsschule in Aarau überbracht werden, da ist sie hoch erfreut und die Augen strahlen wieder.

Neben Nora Meister im Final sind heute noch die Badmintonspielerinnen im Einsatz. Im Doppel sind Cynthia Mathez und Karin Suter-Erath bereits für den Halbfinal von morgen qualifiziert. Im letzten Gruppenspiel gegen das chinesische Duo Liu Ytong/Yin Menglu lag erwartungsgemäss nicht sehr viel drin. “Sie sind viel stärker, das wussten wir”, sagt Mathez nach dem 0:2 nach Sätzen, “aber wir haben um jeden Punkt mitgekämpft und hatten Spass.” Auch Suter-Erath tut sich nicht schwer, das Positive zu benennen: “Der gute Spirit, die schönen Punkte, die wir gemacht haben, Energie und Spielfreude für die nächsten Partien.” Zum Beispiel für Suter-Eraths Viertelfinal heute noch gegen die Japanerin Sarina Satomi, die Nummer 1 der Weltrangliste

Titelfoto: Keystone-SDA/Ennio Leanza

Foto Badminton: Gabriel Monnet

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