Bastien Murith, Schwimmen


Quick Facts
Status
AktivWohnort
3004 Bern
Geburtsdatum
09.06.1995
Beruf
Sachbearbeiter (Ausbildungsmanager)
Klassifikation
S5
Disziplinen
50m, 100m Rücken, 50 Freistil
Behinderung
Tetraplegiker
Behinderungsgrund
Badeunfall 2018
Vor der Behinderung betriebene Sportarten
Ski Alpin und Skicross
Lebensmotto
Limitless
Chasing perfection to reach excellence
C’est maintenant, c’est pas demain, c’était pas hier… C’est maintenant!Webseite
Der Freiburger Skicrosser Bastien Murith ist seit einem Unfall Tetraplegiker. An einem heissen Sommertag im Juli 2018 änderten seine Pläne als Profi-Skicrosser im C-Kader von Swiss Ski, sowie seine Pläne im Frühjahr 2019 die Spitzensport-RS zu besuchen. Der Sportler sprang an diesem Tag Kopf voraus in den Lac de Géronde bei Siders, der an dieser Stelle nicht tief genug war. Seither ist Bastien Murith auf den Rollstuhl angewiesen. Selbst weiss er von diesem Unfall nichts mehr. «Ich kann mich an die drei Stunden vorher und nachher nicht erinnern. Es ist so, als wäre es aus meinem Gedächtnis gelöscht, obwohl ich nicht bewusstlos war.» Den Sport aufzugeben, kam für den Sportler nicht in Frage. Bereits während der Reha hat er sich für diverse Sportarten interessiert, unter anderem Tennis und Basketball. «Mein Wettkampf war die Reha und ich habe sehr viel darin investiert», meint der Freiburger.
Ausbildungsmanager mit grossen sportlichen Zielen
144 Tage nach seinem Unfall sass der ehemalige Skicrosser erstmals im Monoskibob. « Ich habe dies für meinen Kopf gemacht. Ich war es gewohnt, meine Zeit auf dem Schnee zu verbringen», meint er. Parallel zu seinen neuen sportlichen Aktivitäten, wie Rollstuhl-Tennis und Basketball, suchte Bastien Murith einen Job. Bei Swiss-Ski fand er schliesslich eine Anstellung als Ausbildungsmanager für Coaches und aktive Athlet*innen, die sich auf den Trainerberuf vorbereiten wollen. « So bin ich immer noch in der Skiwelt und habe mit dem Teilzeit-Pensum genug Zeit für Sport.»
Seine neue Leidenschaft hat der Tetraplegiker allerdings in einer ganz anderen Sportart gefunden. Er liebte schon immer das Gefühl von Freiheit. Das Para-Schwimmen bietet ihm heute die Möglichkeit, eine Sportart unabhängig vom Material auszuüben. «Beim Schwimmen kann ich meinem Körper zeigen, dass er auch ohne Rollstuhl und ohne Geräte noch etwas kann. Im Wasser zu sein, fühlt sich frei an», berichtet der Freiburger. Dabei motiviert den ehrgeizigen Sportler besonders, wenn am Ende der Bahn eine neue persönliche Bestzeit aufleuchtet.
«Das Leben ist eine Achterbahnfahrt»
Seit Oktober 2021 trainiert Bastien Murith als Para-Schwimmer bei PluSport, seit 2022 startet er an Wettkämpfen. Sein grosses Ziel ist, an einem Grossanlass teilzunehmen und eine Medaille zu gewinnen. Der Athlet gibt zu, ein schlechter Verlierer zu sein. «Zu Hause spielen wir nie Spiele, da ich ein schlechter Verlierer bin. Aber nach der ersten Frustration nach einem verlorenen Wettkampf, weiss ich auch, dass man aus den Niederlagen lernt », sagt Bastien. Ausserdem sei ein Leben als Athlet immer von Hochs und Tiefs geprägt. «Das Leben ist eine Achterbahnfahrt. Mein tiefster Punkt war als ich nach der OP im Krankenhaus aufgewacht bin. Ich wusste dann sofort, dass ich hart arbeiten muss, um wieder ganz nach oben zu kommen.»
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