Tokyo 2020 DE 28. August 2021

Der Rollstuhlleichtathlet Marcel Hug sichert sich über 5000 m die Goldmedaille. Für den Thurgauer ist es nach den Paralympics in Rio 2016 die dritte paralympische Goldmedaille.

Marcel Hug setzte sich in einem faszinierenden 5000-m-Rennen auf der Zielgeraden gegen die hochkarätige Konkurrenz durch und gewann die Goldmedaille, bereits seine dritte an Paralympics. Es war ein von Taktik geprägtes Rennen, dem Hug mit Tempowechseln immer wieder den Stempel aufdrücken konnte. Mit seinem von ETH Zürich und Sauber entwickelten neuen Rennrollstuhl lag er am Ende knapp drei Zehntel vor dem Kanadier Brent Lakatos, Bronze sicherte sich der Thailänder Putharet Khongrak. Zuvor schon hatte Manuela Schär über die gleiche Distanz Silber gewonnen.

Hug selbst war überrascht vom Rennverlauf, auch weil sein Plan nicht aufging, die Gruppe schnell zu splitten. “Danach wollte ich dann möglichst oft ganz vorne sein”, sagte er über seinen Taktikwechsel, “und auch mit Tempowechseln eine Art Mindgame spielen.” Der Plan ging auf, mit einem unwiderstehlichen Schlussspurt schob er sich bis ganz nach vorne, bis zu Gold.

Silber für Manuela Schär auf derselben Distanz

“Es war ein Lauf ganz nach meinen Vorstellungen”, sagte auch Manuela Schär voller Freude und Stolz über ihre bereits vierte Medaille an Paralympics. Mit einem energischen Start wollte sie erkunden, wie sich ihr Rennrollstuhl auf der Bahn im Olympiastadion verhält, prompt musste sie beim Radius für die Kurven nachjustieren. Schär war immer in der Spitzengruppe vertreten, konnte dann aber beim entscheidenden Angriff von Susannah Scaroni (USA) nicht kontern, weil sie im Pulk für ein paar Sekunden eingeklemmt war. Ihrer grossen Freude tat das keinen Abbruch, “es ist ein mega gutes Gefühl”, sagte sie, auch im Hinblick auf die Rennen, die noch folgen.

Teamkollegin Patricia Eachus konnte das Tempo bei ihrer Paralympics-Premiere nicht bis zum Ende mithalten, aber ihr gelang eine persönliche Jahresbestzeit. “Ich kam nicht richtig in den Rhythmus”, sagte sie. Was vielleicht auch daran gelegen habe, dass sie vor ihrem ersten Auftritt auf der ganz grossen Bühne doch ein wenig nervös gewesen sei.

LeoMcCrea auf Rang 5

Leo McCrea kam bei seiner Paralympics-Premiere auf einen starken 5. Rang über 100 m Brust. Tennisspielerin Nalani Buob unterlag bei ihrem ersten Start an den Spielen der Chinesin Ziying Wang in zwei Sätzen. Tokio 2020 ist für Buob damit aber noch nicht vorbei, mit ihrer Gegnerin im Einzel tritt sie auch im Doppel an.

 

Resultatliste 5000 m - T54 - M

Foto: Keystone-SDA/Ennio Leanza

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