20. März 2020

Vom Para-Ski Alpin-Weltcup im russischen Sakhalin heimgekehrt, musste Thomas Pfyl seine Skier bald darauf in den Keller räumen. Die Saison ist vorzeitig zu Ende. Für Schlagzeilen sorgt nur noch das Coronavirus. Die letzten neun Skirennen wurden abgesagt. Ein Trost für Thomas Pfyl : Er ist dritter in der Gesamtwertung aller Disziplinen.

Super-G, Riesenslalom, Slalom – Thomas Pfyl glänzt in all diesen Disziplinen. Swiss Paralympic hat dem Athleten zum Saisonsende fünf Fragen gestellt:

1. Gratuliere zum dritten Platz in der Gesamtwertung. Wie hast du deine Weltucp-Saison erlebt?

Mein Ziel war in den Top 3 im Gesamtweltcup zu sein. Deshalb bin ich sehr zufrieden und stolz, dass ich das erreicht habe. Es war eine spezielle Saison mit einem abrupten Ende, aber es ist ein sehr verständlicher und logischer Entscheid. Ich wäre natürlich gerne noch mehr Rennen gefahren, aber ich verstehe die Situation mit dem Coronavirus. Meine Saisonhighlights waren die Rennen in der Schweiz mit dem Europacup in St. Moritz im Dezember und dem Weltcup in Veysonnaz im Januar. Es ist immer schön, Rennen in der Schweiz zu fahren. Die Aufmerksamkeit von Seiten der Verbände und dem Publikum ist hier grösser. Als Athlet will man in der Schweiz gute Rennen fahren, das ist mir gelungen und ich bin sehr zufrieden.

2. Wie schaffst du es in den unterschiedlichen Disziplinen ganz vorne mitzufahren?

Mit viel Training. Man muss sicher auch etwas Talent haben und es ist sicher mit viel Aufwand verbunden, weil man nicht spezifisch für eine Disziplin trainieren kann. Man muss dafür gemacht sein, sich schnell anzupassen. Mit der Routine, die ich inzwischen habe, ist es sicher einfacher, die Umstellung von einer Disziplin zur anderen zu machen. Meine stärkste Disziplin ist der Slalom, meine Lieblingsdisziplin ist der Riesenslalom. Beim Riesenslalom gibt es mehr Fahrer, die um Podestplätze kämpfen.

3. Was machst du jetzt, wenn es keine Skirennen und kein Training auf dem Schnee mehr gibt? Und wie gehst du mit der Coronavirus-Krise um?

Momentan kann man noch rausgehen. Ich gehe viel Velofahren, weil es schön und warm ist. Ich mache allgemein gerne Sport, gehe Tennis spielen und habe mal wieder Zeit Freunde zu treffen, was jetzt allerdings auch schwierig ist. Ich habe auch mehr Zeit für meine Frau. Man kann die Ruhezeit nutzen, um Kraft zu tanken, Büroarbeit zu machen oder den Frühlingsputz zu Hause. Die Saison wäre für uns sowieso bald zu Ende gewesen.

4. Welche Erinnerungen bleiben dir vom letzten Weltcup der Saison in Russland?

Vor Russland war ich sehr skeptisch, da ich nicht wusste, was mich erwartet. Es war kompliziert, das Visum zu erhalten, deshalb gab es eine gewisse Anspannung. Ich bin dann sehr positiv überrascht worden. Die Veranstalter haben sich sehr viel Mühe gegeben, mit einer grosser Eröffnungs- und Schlussfeier, mit vielen Leuten und viel Aufwand vor Ort. Das war für uns Athleten auch schön. Es war ein guter Weltcup. In der Abfahrt ist es nicht so gelaufen wie ich wollte, aber mit den technischen Disziplinen bin ich sehr zufrieden. Im Slalom habe ich die Goldmedaille gewonnen, es ist mein einziger Weltcupsieg der Saison. Ich wusste dann noch nicht, dass es auch der letzte Weltcup der Saison sein wird. Das macht es aber umso schöner, im Nachhinein zu wissen, dass ich den letzten Slalom-Weltcup gewonnen habe.

5. Wann beginnen die Vorbereitungen für die nächste Saison und was steht dann als Erstes an?

Die Vorbereitungen beginnen Anfang Mai mit dem Konditionstest, sodass man weiss, wie fit man ist und auf diesem Test aufbauen und gezielt trainieren kann. Zuerst machen wir immer viel Konditionstraining, bevor es im Juli auf den Schnee geht. Ich arbeite daheim auch mit einem Konditionstrainer zusammen. Wir trainieren einmal die Woche zusammen, aber mal schauen, ob es mit dem Coronavirus in nächster Zeit noch möglich ist. Ich finde es aber die richtige Entscheidung, alles abzusagen. Die Gesundheit von allen hat Vorrang.

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