16. März 2018

Keystone-Fotografin Alexandra Wey und das Schweizer Fernsehen begleiteten Théo Gmür in fremde Gassen.

In Athen 2004 musste nicht lange überlegt werden, wo die Medaillenfotos geschossen werden: Akropolis. In Peking 2008 drängte sich die Chinesische Mauer auf. London verfügt über Brücken und den Big Ben, Rio sowieso über genügend Sehenswürdigkeiten. Aber Pyeongchang? Wo  sollen dort originelle Bilder geschossen werden? Klar, auf einem einheimischen Markt. Also Théo Gmür in einen Bus setzen und von Luana Bergamin begleitet ab mit drei Goldmedaillen um den Hals zu den Einheimischen in Gangneung.
Zwei Frauen im Kafi-Shop erhoben sich schon mal ehrfürchtig, als der vergoldete Alpin-Meister das Lokal verliess. Der Duft (Geruch) im Freien nahe der Fisch-Fraktion stach dem Fondue- und Raclette-Walliser schon mal ziemlich derb in die Nase. Getrocknet oder kurz davor, es ist nicht Jedermann‘s Sache, zuerst einmal tief durchzuatmen. Aber Théo kämpfte sich lachend vorwärts, stellte sich zwischen (weiblichen) Gleichaltrigen fürs Selfies hin, trieb Marktfrauen fast Tränen vor Freude in die Augen, als sie Goldmedaillen und Théo (international) berühren durften. Unglaublich waren seine Erfolge auf der Piste, unglaublich die Sympathie, welche ihm entgegen schwappte.
Da sass er plötzlich zwischen zwei (zuerst) fast ausgestopft wirkenden Fischersfrauen. Doch Théo weckte sie auf, liess sie für einen Moment spüren, dass irgendwo in Pyoengchang etwas stattfindet, das sie grundsätzlich nicht interessiert. Aber drei Goldmedaillen faszinieren. Auch jene beiden Touristen, die ihm einige Zeit nachschlenderten, bis sie sich für ein Selfie trauten. Wie er heisse, wollten sie wissen. Sie werden ihn googeln, alles über diesen very sympathischen jungen Mann rein ziehen.
Was freute Markt-Leader Théo besonders: Dass er den Leuten, denen Skifahren grundsätzlich egal ist, durch seine Erfolge Freude vermitteln konnte. Abends werden sie von jemandem erzählen, der bis auf eine Gasse (fast) ohne Berührungsängste mit drei Goldmedaillen um den Hals bei ihnen vorbei gekommen sei. Und sie werden still und leise wieder strahlen. Wie Théo Gmür aus Haute-Nendaz, der den Geruch des Marktes künftig zehn Kilometer gegen den Wind riechen wird. Aber auch das Meer, der zweiten Station. Er zeigte ähnlich wie Usain Bolt gegen den Himmel. „Jetzt kommen die Emotionen“, sagte er nur.

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