21. August 2018

Schweizer 200 m-Festival an der Para-Leichtathletik-EM in Berlin: In den Rollstuhl-Disziplinen gewinnt Alexandra Helbling (Nottwil) Silber und Tanja Henseler (Sempach) Bronze, der sehbehinderte Sprinter Philipp Handler (Embrach) ebenfalls über 200 m Bronze.

Die zwölfköpfige Schweizer Delegation hat damit nach dem 2. Wettkampftag mit fünf Medaillen (2/1/2) bereits die Hälfte der Zielvorgaben erreicht.
Alexandra Helbling hatte am Vortag die 5000 m genutzt, um sich mit der kräfteraubenden Bahn im Jahn-Sportpark Berlin vertraut zu machen. „Ich war froh um die Erfahrung. Substanz hatte mich das Rennen keine gekostet. Mit den 200 m kann ich jedenfalls zufrieden sein. Einmal ist die Türkin etwas schneller, dann wieder ich. Der Zweikampf durfte deshalb erwartet werden. Von der Saisonbestzeit her wäre ich die Nummer eins“, kommentierte die bisher vierfache EM-Dritte (2014/2016) ihren Wettkampf.
Die Allrounderin fährt an der EM alle Distanzen von 100 m bis 5000 m, steht also sechsmal am Start. „Meine Spezialdisziplin sind die 400 m, dort fühle ich mich besonders wohl“, erklärte Alexandra Helbling. Über 200 m
war sie gegen Ende des Rennens klar die Schnellste, dies lässt für die doppelte Distanz hoffen.
Silber erhoffte sich auch die ehemalige Junioren-Weltmeisterin Tanja Henseler (20). Sie sicherte sich bei ihrem ersten Rennen an einem Elite-Titelkampf – sogar hinter zwei Türkinnen - Bronze. Von den Saisonbestleistungen her hätte es Rang zwei werden können. „Die Siegerin lag ausser Reichweite, aber die zweite Türkin liess ich beim Meeting in Nottwil hinter mir. Immerhin habe ich jetzt eine Medaille, darf also zufrieden sein“, freute sich die nationale Vizemeisterin – und trauerte doch etwas der verpassten Silbermedaille nach.
„Schweiz gegen Türkei“ hiess es über die 200 m – mit dem besseren Ende für die Konkurrenz. Anita Scherrer (Busswil) blieb als Vierte ohne Podestplatz. „Für mich kommt der vierte Rang aufgrund der bisher gefahrenen Zeiten nicht überraschend. Ich werde“, so die Bernern, „über 100 m und 400 m weiter kämpfen“.
 
Frust und Freude
Bei den sehbehinderten Männern trauerte Philipp Handler (Embrach) vorerst der um zwei Hundertstel verpassten Bronzemedaille nach. „Der Start war schlecht, auf den letzten 50 Metern war ich ‚sauer‘ und zudem warf mich der Sturz eines Konkurrenten aus dem Rhythmus“, ärgerte sich der LZ-Zürich-Sprinter.
Wenig später wurde der vor ihm liegende Rumäne disqualifiziert (verlassen der Bahn). „Ich hätte die Medaille zwar lieber anders gewonnen, nun hat sie einen Beigeschmack. Aber ich freue mich über den dritten Rang.“ Die Schweizer mussten keinen Protest einreichen, sondern die Schiedsrichter meldeten das Vergehen. Handler lief übrigens erstmals seit rund einem Jahr international wieder über 200 m.
 
Resultate:
Berlin. Para-Leichtathletik. EM. Männer. Stehend. 200 m: 1. Jason Smyth (IRL) 21,44. 2. Mateusz Michalski (POL) 21,87. 3. Philipp Handler (SUI/Embrach).
Frauen. Rollstuhl. 200 m. T53: 1. Hamide Kurt (TUR) 31,59. 2. Zeynep Acet (TUR) 35.78. 3. Tanja Henseler (SUI/Sempach) 36,51. 4. Anita Scherrer (SUI/Busswil) 37,17.
100 m. T54: 1. Zubeyde Supurgeci (TUR) 30,96. 2. Alexandra Helbling (SUI/Nottwil) 31,30. 3. Amanda Kotaja (FIN) 31,62.

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