27. Juli 2018

Für die Para-cycling Weltmeisterschaft vom 02. - 05. August 2018 in Maniago (ITA) wurden insgesamt elf Athleten selektioniert. Benjamin Früh (Grüt ZH) wird in der Stadt der Messer als Titelverteidiger antreten.

Die Wettkämpfe in der Stadt, die für ihre Schleifkünste seit Jahrhunderten berühmt ist, werden für Benjamin Früh zur besonderen Herausforderung. Der amtierende Zeitfahr-Weltmeister der Kategorie der Tetraplegiker (H1) wird im Friaul der vom Feld Gejagte sein. Für den Grüter kein Problem: „Wie früher in Maniago die Schmiede an den Messern geschliffen haben, werde ich bis zur WM an meiner Form feilen und dann messerscharf versuchen, den WM-Titel im Zeitfahren ein zweites Mal zu holen!“ blickt der Träger des Regenbogentrikots zuversichtlich und geschichtsbewusst den Rennen entgegen.
Drei Medaillen plus
Scharf auf Spitzenplätze sind noch andere aus dem Schweizer Team: Heinz Frei (Oberbipp BE) und Sandra Graf (Gais AR) glänzten an der WM in Südafrika im vergangen Jahr ebenfalls mit zwei, beziehungsweise einer Medaille und sind, da ihnen die Strecke in Maniago entgegenkommt, bei idealem Rennverlauf ebenfalls Kandidaten für einen Podestplatz. Dany Hirs, der Schweizer Nationaltrainer, formuliert somit mindestens drei Medaillen als Ziel: „Nach bisherigem Saisonverlauf wären drei Medaillen gut und super. Allerdings ist die Konkurrenz als sehr stark einzuschätzen. Ich hoffe, wir können von unserer Erfahrung profitieren. Mit etwas Rennglück können wir für positive Überraschungen sorgen.“
Punkten für Tokio 2020
Zur besonderen Attraktion mit hoher Bedeutung wird in Maniago der Team Relay. Beim sowohl bei Fahrern als auch Publikum beliebten Staffelwettbewerb möchte sich die Schweiz wichtige Punkte für die Qualifikation zu den Paralympics in Tokyo 2020 sichern. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Tobias Fankhauser (Hölstein BS) musste im Dreiergespann neben Heinz Frei und Felix Frohofer (Russikon ZH) ein Platz neu besetzt werden. Dany Hirs komplettiert das starke Trio mit der zurückgekehrten Paralympics-Medaillengewinnerin Ursula Schwaller (Düdingen FR). „Es war sehr schwer, einen schnellen Ersatz in Tobias Kategorie zu finden, da ihn laut Reglement aus dem aktuellen Kader niemand ersetzen konnte. Wir sind sehr froh, hat sich die eigentlich zurückgetretene Ursula Schwaller bereit erklärt, während dieser Saison einzuspringen, um die Schweiz zu unterstützen“ begründet Hirs seinen Entscheid, die Freiburgerin ins Team einzubauen. Rang fünf am Weltcup in Emmen zeigt, dass  sich die Entscheidung vorerst ausgezahlt hat. „Wir hoffen, dass Tobi bald wieder fit wird. Dafür wünschen wir ihm viel Kraft und gute Erholung.“ beschliesst Hirs seine Ausführungen zum Mannschaftswettbewerb.

Grosses Team am Start

Fünf weitere Handbiker und ein stehender Athlet gehören zusätzlich der Delegation an. Das Schweizer Team ist damit so gross, wie letztmals bei der Heim-WM 2015 in Nottwil. Sandra Stöckli (Jona SG), Fabian Recher(Spiez BE), Luca Gilgen (Giubiasco TI) und der amtierende Schweizermeister der Kategorie H3 Cornel Villiger (Boswil AG) sowie der einseitig unterschenkelamputierte Roger Bolliger wollen an der WM ihre Selektion bestätigen und sich für zukünftige Titelkämpfe empfehlen. „Wir haben einige motivierte und schnelle Fahrer eingebaut, um mit harter Arbeit die Lücke zu den stärksten Nationen schliessen zu können.“ blickt Hirs bereits auf die Zeit nach der Weltmeisterschaft.
Programm, Strecke und allgemeine Informationen
http://www.maniago2018.it/

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