9. März 2018

Für Michael Brügger, den Abfahrtszweiten von 2010, sind es die sechsten Paralympics. In Pyoengchang ist für den Freiburger allerdings einiges anders als in Nagano, Salt Lake City, Turin, Vancouver oder Sotschi.

Michael Brügger, worin unterscheiden sich die Spiele in Südkorea von früheren?
Mehr oder weniger ist immer alles gleich. Dies gilt auch für die Anreise zu den Wettkampfstätten. Hier sind es vom Paralympic-Village zur Rennstrecke rund 40 Minuten. In Nagano waren es mehr. Ich bin gespannt, wie viele Zuschauer kommen werden.
Wobei die Schweizer mit dem Hotel an der Strecke über eine Luxuslösung verfügen?
Das ist so. Wir müssen nicht hin und her fahren, sparen Zeit und Energie. Wir finden beste Bedingungen vor, brauchen fünf Minuten zum Lift. Einzig das Essen und die Getränke sind sackteuer. Ich habe mich jetzt für Nudelsuppen als Hauptspeise entschieden.
Sportlich sind die Voraussetzungen wie immer?
Für mich leider nicht. Bisher reiste ich jeweils als Medaillenkandidat zu den Paralympics. Diesmal habe ich durch die dreijährige Verletzungspause einen deutlichen Trainingsrückstand. Die Ausgangslage ist damit völlig anders. Es geht nicht um Podestplätze, sondern ich möchte mich im Vergleich zu den letzten Weltcuprenn weiter steigern.
Dann kommen Ihnen die ausgefallenen Trainingstage kaum entgegen.
Im Gegenteil. Das erste Training ist nicht wunschgemäss verlaufen und eine Chance, die Fehler zu korrigieren, habe ich nicht. Trotzdem hoffe ich, dass die Abfahrt programmgemäss stattfinden kann. Wir haben zuletzt wegen den Speed-Disziplinen zu Beginn weniger Slalom trainiert.
Sie fuhren zuletzt in Übersee, jetzt in Asien. Wie klappt es mit der Zeitumstellung?
Bei mir schlecht. Seit wir aus Kimberley zurück sind, kann ich kaum durchschlafen, erwache nachts gegen drei Uhr und bin nachmittags müde. Auch Schlaftabletten helfen nichts. Für die schon angeschlagene körperliche Verfassung ist dies nicht ideal.
Was muss sich an den Paralympics ändern?
Ideal wäre, sie fänden wegen der Verhältnisse früher statt. Frühlingsschnee ist für den Rennsport schwierig. Und die Klassifizierung sollte überdacht werden. Aktuell besteht bei den ‚Standings‘ keine Chancengleichheit mehr. Es dominieren die Fahrer einer Klasse.
Und die Zusatzfrage: Wer hat denn nun die Para-Sommer-Challenge (Donnerstag SRF zwei 19.00 Uhr) gewonnen?
Emilie Siegenthaler war langsamer. Vor allem gewann ich die  Gesamtwertung , weil ich im Downhill-Rennen zur allgemeinen Überraschung auf Emilie lediglich dreieinhalb Sekunden eingebüsst hatte.

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