2. Juni 2021

Bydgoszcz, 02.06.2021 – Die Schweiz kontrolliert die EM in der 1500-Meter-Distanz: Sowohl bei den Frauen als auch den Männern springt am Ende Gold heraus. Rollstuhlathletin Patricia Eachus kann sich überraschend Gold sichern, Bronze geht an die Favoritin Debrunner. Auf der gleichen Distanz fährt Marcel Hug souverän Gold heraus.

Auch die Standing-Athleten können sich an der EM in Polen über Edelmetall freuen: Für Philipp Handler ist es in seiner Karriere bereits die sechste Medaille an Europameisterschaften. Der Zürcher gewinnt über 100 Meter (T13) Bronze – er überflügelt dabei auf den letzten Metern den Russen Gostinskii und zeigt unbändigen Siegeswillen.

Erstes Gold an EM seit 2012

Die 31-Jährige Patricia Eachus landet auf der 1500-Meter-Distanz den grossen Coup. Sie fuhr lange im Windschatten, konnte sich dann aber in der entscheidenden Rennphase in die Spitzenposition vorarbeiten. Über die 1500-Meter-Distanz war ihr erst ein Mal in ihrer Karriere an einem internationalen Anlass ein Podestplatz gelungen – 2014 reichte es an der EM in Swansea (GBR) für Bronze.
"Gold ist überraschend für mich, auch wenn ein Edelmetall an der EM mein Ziel war", sagt Eachus. Zunächst stand die EM in Polen unter keinem guten Stern für die Athletin aus dem Kanton Luzern.

Keine optimale Vorbereitung vor Ort

Sie war durch die lange Anreise sehr müde und der Rennrollstuhl kam zu spät am Wettkampfort an. "Für mich war das aber genau die Situation, um mentale Stärke zu beweisen", so Eachus entschlossen.
Zweite wurde im 1500-Meter-Rennen die Niederländerin Den Boer. Die Thurgauerin Catherine Debrunner, welche am Vortag noch auf der 100-Meter-Distanz Gold gewann, klassierte sich dahinter auf dem dritten Rang.

Hug fährt allen davon

Bei den Männern gewann Marcel Hug deutlich über die gleiche Distanz. Der 35-Jährige legte die anderthalb Kilometer in 3:00.37 zurück. Damit liegt er zwar fünf Sekunden vor dem zweitplatzierten Briten Sidbury, doch seine persönliche Bestzeit auf der Distanz ist sogar noch rund sieben Sekunden schneller. Die Topkonkurrenz Hugs kommt zudem aus dem aussereuropäischen Ausland – hier sind allen voran der Kanadier Brent Lacatos und der Amerikaner Daniel Romanchuk zu nennen.

Premiere für Blade Runnerin Rahmani

Am dritten Turniertag geht die Sprinterin aus dem Kanton Zürich, Abassia Rahmani, zum ersten Mal an den Start – sie tritt über 100 Meter an. Ausserdem fahren die Rollstuhl-Athleten Beat Bösch und Fabian Blum über die gleiche Distanz um Medaillen. Bösch hatte zum Auftakt über 400 Meter bereits Silber geholt.

Polen trägt zum ersten Mal eine Para-Leichtathletik-Europameisterschaft aus. Insgesamt 600 Athlet*innen aus 35 Ländern sind dort vertreten. Die Schweiz schickt zwölf Athlet*innen an das Turnier, welches unter strengen Corona-Bestimmungen stattfindet.
Mehr Informationen zum Anlass sind hier zu finden. Swiss Paralympic berichtet auf den Social Media Kanälen, über diesen Newsletter und auf der Homepage über die EM.

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