26. Mai 2022

Catherine Debrunner verbesserte am Donnerstagmorgen den Weltrekord über 200 Meter und nachmittags denjenigen über 800 Meter. Auch Marcel Hug gewann sein Rennen klar und stellt über 800 Meter einen neuen Europarekord auf. Über eine Sieg durfte sich auch Fabian Blum freuen.

Bei idealen Wettkampfbedingungen in Nottwil zeigte sich, dass Schweizer Athletinnen und Athleten zur Weltspitze gehören. Da 2022 kein grosser Titelwettkampf in der Para-Leichtathletik stattfindet, hat der viertägige Anlass eine grosse internationale Bedeutung. Viele Medaillengewinner der Paralympics von Tokio sind hier am Start, um sich mit den Besten zu messen.

Debrunner lässt Konkurrentinnen stehen
Der Jubel nach der Ziellinie war unübersehbar und die neue Weltrekordzeit in der Kategorie T53 über 200 Meter eine Sensation. Denn mit der Zeit von 00:27.47 hätte Catherine Debrunner auch den Weltrekord in der Kategorie T54 verbessert, einer Kategorie, die aufgrund ihrer Lähmungshöhe weniger Einschränkungen hat. Nachmittags pulverisierte sie auch noch den Weltrekord über 800 Meter. Nach den beiden Medaillen an den Paralympics in Tokio gehört sie nun endgültig zur Weltspitze und hat ihre Form weiter verbessert.

Catherine Debrunner (Geuensee) setzt momentan alles auf die Karte Sport. Ihren Beruf als Lehrerin hat sie seit Januar an den Nagel gehängt, um sich als Profi ganz auf das Training und die Wettkämpfe zu fokussieren. Das hat viele Vorteile, wie sie selber sagt: «Der Profistatus gibt mir extrem viel Flexibilität. So konnte ich im Frühjahr fünf Wochen bei meinem Trainer Arno Mul in den Niederlanden trainieren. Im Sommer werde ich wieder zwei Monate dort sein. Zudem kann ich mir mehr Zeit für die Erholung gönnen und muss nicht auch noch an die Arbeit in der Schule denken.» Die Rechnung ist aufgegangen. Catherine Debrunner hat in den kommenden Rennen noch einiges vor. Ihre Strategie: «All in. Ich habe das Gefühl, das ich in letzter Zeit alles richtig gemacht habe. Auf der Bahn fühle ich mich, als ob ich auf einer Welle reite, als fliege ich. Nun schaue ich, was alles möglich ist.» Es folgen noch drei Wettkampftage. Doch für Debrunner ist klar: «Ich versuche auch in den nächsten Tagen konstante Leistungen abzurufen. Ich will meine Bestzeiten über alle Distanzen weiter verbessern.» Ob bei dieser Ansage noch der eine oder andere Weltrekord drin liegt, wird sich zeigen.

Silberhelm ist auf Kurs
Auch Marcel Hug startete ideal in die ParAthletics mit einem Sieg über 800 Meter mit einer guten Zeit. Der für seinen silbernen Helm bekannte Nottwiler zeigte sich zufrieden: «Mein Ziel war der Schweizer Rekord. Schön, dass es für den Europarekord gereicht hat.» Es werden auch bei ihm weitere Starts erfolgen. Gerade das Rennen über 5000 Meter wird mit Spannung erwartet. «Ich kann mir vorstellen, dass ich meinen Weltrekord von Dubai von diesem Jahr nochmals attackiere. Dies aber nur, wenn neben mir noch jemand mitzieht und wir uns in der Führung abwechseln können. Es wird nicht einfach, weil wir hier auch mehr Wind haben.» Es bleibt spannend in Nottwil.

In der Klasse T52, lieferten sich die beiden Tetraplegiker Beat Bösch (Nottwil) und Fabian Blum (Pfaffnau) ein spannendes Duell. Anders als im Vorjahr siegte dieses Mal der junge Fabian Blum. Auch Patricia Eachus (Büron) und Alexandra Helbling (Nottwil) zeigten mit einem zweiten, respective dritten Platz gute Ergebnisse. Die ParAthletics bieten zudem auch ganz jungen Sportlerinnen und Sportler die Gelegenheit, Erfahrungen in einem internationalen Umfeld zu machen.

Bei den stehenden Athletinnen und Athleten sind die Startfelder oft sehr klein. Aus diesem Grund ist eine Einordnung sehr schwierig.

Foto: Urs Sigg

 

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