Quotenplatz-Jagd an der WM der Sportschützen in Südkorea

Die Weltmeisterschaften im Para Shooting führen Stefan Amacker und Nicole Häusler nach Südkorea. Vom 9. bis 15. September 2026 messen sich die beiden Schweizer mit der Weltelite in Changwon. Dort werden auch die ersten Quotenplätze für Los Angeles 2028 vergeben.
Wie an den vergangenen Paralympics ist die beste Schweizer Sportschützin im Rollstuhl, Nicole Häusler, auch an der WM in drei Mixed-Disziplinen am Start: mit dem Luftgewehr über 10 m stehend/liegend und dem Kleinkalibergewehr über 50 m.
Die Pfaffnauerin zeigte in den vergangenen Monaten konstante Leistungen, dennoch seien diese schwierig einzuordnen. «Wir streben einen Quotenplatz für Los Angeles 2028 an, aber wir hatten nur wenige internationale Wettkämpfe zur Standortbestimmung», so ihr Trainer Walter Berger. Damit es für ein L.A.-Startticket reicht, müsste Nicole Häusler als beste Frau in einem der Mixed-Wettbewerbe abschneiden.
Nach einem gesundheitlich schwierigen Jahr und nur teilweise zufriedenstellenden Resultaten an der EM 2025, formuliert Nicole Häusler ihre Ziele vorsichtig: «Wenn ich es schaffe, meine Bestleistung abzurufen, bin ich glücklich. Wenn es zudem für einen Quotenplatz reicht, wäre das top.» An der WM 2023 hatte die Luzernerin in den Luftgewehr-Disziplinen zuletzt die Finalteilnahmen geschafft. Bei ihrer dritten Paralympics-Teilnahme in Paris 2024 verpasste Häuser den Final der besten Acht in ihrer Paradedisziplin nur knapp.

Fokus auf die Quotenplatz-Disziplinen
Der 25-jährige Pistolenschütze Stefan Amacker wird bei seiner dritten WM-Teilnahme in Changwon in vier Disziplinen schiessen. Obwohl er mit der fünfschüssigen Luftpistole bereits EM-Silber geholt hat, liegt der Fokus des Zürchers in Südkorea nicht auf der P5-Disziplin. Hierfür wird nämlich kein Paralympics-Quotenplatz vergeben.
«Unser Ziel ist, einen Quotenplatz für Los Angeles 2028 zu holen», so sein Trainer Christian Godlinski. Mit der Sportpistole über 25 m (P3) rechnen sich die beiden die besten Chancen aus. Präzision sowie Schellfeuerfertigkeiten sind dort gefragt. «Im Schnellfeuer-Teil ist Stefan sehr stark, im Präzisionsteil können wir uns noch verbessern», so Godlinski.
Amacker hatte Ende März die Spitzensport-RS in Magglingen abgeschlossen. Diese Unterstützung ermöglicht dem jungen Athleten professioneller zu trainieren und den Kontakt zum Fussgängersport weiter auszubauen. Fortschritte sieht der Coach bereits: «Stefan hat sich in der Technik, Kraft und Stabilität sehr verbessert.» Der 12. Weltcuprang in seiner Paradedisziplin diesen Sommer zeige, dass sich Stefan Amacker der Weltelite weiter annähere. Sein grosses Ziel ist, in Los Angeles 2028 erstmals an den Paralympics teilzunehmen.
Murat Pelit beim Para Trap-Wettbewerb am Start
Ein bekannter Name auf der Startliste des Mixed-Wettbewerbs im Tontaubenschiessen (Para Trap) ist Murat Pelit. Der ehemalige Monoskibobfahrer aus dem Tessin ist seit seinem Rücktritt vom Ski alpin-Team im Jahr 2022 als Tontaubenschütze aktiv. Die bisher nicht paralympische Disziplin wird dieses Mal im Rahmen der WM der Para-Sportschützen ausgetragen.
Wettkampfprogramm: Changwon 2026 WSPS WCH Schedule_GI_0.pdf


