Sportarten / Kategorien

Ein Vergleich: paralympische und olympische Sportarten (ohne das in der Schweiz nicht praktizierte Schlitteneishockey)

Ski alpin (Whistler Creekside)

Die olympischen alpinen Skifahrer erreichen bei einer Höhendifferenz von 1'100m (Herren) resp. 800m (Frauen) in der Abfahrt Geschwindigkeiten von mehr als 130km/h.

Gestartet wird in den fünf Disziplinen Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom und Super-Kombination.

Im paralympischen Ski alpin fahren die Athleten/-innen auch mit mehr als 100km/h. Es gibt drei Klassen: Stehende (= nicht im Rollstuhl sitzende Athleten), Sitzende (=Rollstuhlfahrer) und Sehbehinderte/Blinde. Innerhalb dieser Klassen fahren Athleten mit ähnlichen Behinderungen gegeneinander. Sehbehinderte und blinde Sportler werden von einem Guide begleitet. Stehende Athleten benutzen entweder die gleiche Ausrüstung wie olympische Athleten oder aber bedienen sich Prothesen und/oder Stabilos (Skistöcke mit einem kleinen Ski anstelle des Tellerchens). Die Paralympioniken bestreiten Rennen in den gleichen fünf Disziplinen wie die Olympioniken.

 

Biathlon (Whistler)

Das Wort Biathlon ist griechischen Ursprungs und heisst "zwei Aufgaben". Der Biathlon umfasst Langlauf und Schiessen. Olympische Biathleten fahren mit den Skies in den Schiessbereich, legen ihre Skistöcke nieder und schiessen manchmal liegend fünf Schüsse auf fünf 50m entfernte Zielscheiben. Wer eine Zielscheibe verfehlt, muss eine Strafminute in Kauf nehmen oder aber eine Strafrunde von 150m zurücklegen. Es gibt fünf Biathlon-Disziplinen: Einzelstart, Sprint, Verfolgung, Staffel und Massenstart.

Beim paralympischen Biathlon gibt es zwei Distanzen, eine lange und eine kurze. Die Kurzdistanz wird über 3x3km gefahren, wobei die Athleten zweimal im Schiessbereich anhalten und fünf Schüsse auf 10m entfernte Zielscheiben abgeben. Wird eine Scheibe verfehlt, muss der Athlet eine Strafrunde von 150m fahren. Sehbehinderte oder blinde Athleten benutzen ein akustisches System zum Schiessen. Je höher der Ton, desto besser wurde gezielt. Die Langdistanz führt über 5x3km und die Athleten halten viermal zum Schiessen an. Wird hier ein Schuss verfehlt, gibt es eine Strafminute, die zur Totalzeit hinzugezählt wird.

 

Langlauf (Whistler)

Im Langlauf gibt es zwei Techniken: die klassische, bei welcher die Skis parallel nebeneinander in einer Spur geführt werden, und die Skatingtechnik, die jener im Eisschnelllauf ähnelt. Für die Skatingtechnik werden kürzere Skis benutzt und die Fahrer sind über eine ganze Rennstrecke gesehen um bis zu 8% schneller.

Im olympischen Langlaufen bestreiten die Frauen Wettkämpfe im Einzel- und Teamsprint, über 10km einzel, 15km Verfolgung, 30km Massenstart und 4x5km Staffel. Die Männer starten ebenfalls im Einzel- und Teamsprint, über 15km einzel, über 30km Verfolgung, 50km Massenstart und 4x10km Staffel.

Paralympisches Langlaufen umfasst die Einzeldisziplinen der Männer und Frauen und reicht von 2.5km bis 20km. Wie im Ski alpin starten die Athleten/-innen auch in den Disziplinen Langlauf und Biathlon in den Kategorien stehend, sitzend und sehbehindert/blind. Im Gegensatz zu den Alpinen benützen die Langläufer und Biathleten keine Stabilos, sondern übliche Skistöcke. Die Sitzenden fahren in einem Schlitten auf Langlaufskis. Sehbehinderte oder blinde Sportler/innen bestreiten ihre Wettkämpfe ebenfalls mit einem Guide, der sie mit den nötigen Anweisungen durch das Rennen begleitet.

 

Curling (Vancouver)

Im olympischen Curling gibt es ein Herren- und ein Frauenturnier. Jedes Turnier startet mit 10 Teams, wobei immer zwei Teams gegeneinander spielen. Jedes Team spielt 19.1 kg schwere Steine auf ineinander gelegte Ringe zu. Ziel ist es, möglichst nah in die Mitte des innersten Kreises zu kommen. Während den insgesamt 10 "Ends" werden von 4köpfigen Teams pro Mannschaft 8 Steine abgegeben. Indem mit einem Besen das Eis gewischt wird, kann der Verlauf und die Geschwindigkeit des Steines beeinflusst werden. Am Ende von 10 "Ends" gewinnt jenes Team mit den meisten Punkten (d.h. je mehr Steine näher in der Mitte der Kreise liegen, umso mehr Punkte werden gutgeschrieben).

Im paralympischen Rollstuhl-Curling spielen zwei zwingend gemischte Teams gegeneinander. Wie im olympischen Curling werden auch hier 19.1 kg schwere Steine auf ineinander gelegte Ringe zu gespielt. Der Spieler gibt den Stein entweder mit der Hand oder mit einem Stock ab. Während der Abgabe steht der Rollstuhl still. Im Rollstuhl-Curling wird nicht mit dem Besen gewischt und die Richtung des Steines kann somit nicht mehr beeinflusst werden. Dies ist der grösste Unterschied zum olympischen Curling.

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Die Kategorien im Ski alpin, Ski nordisch/Biathlon und Curling


Ski alpin
Im Ski alpin gibt es drei verschiedene Kategorien: Stehend, sitzend und blind. Stehende Athletinnen und Athleten haben eine Behinderung an den Gliedmassen, z.B. eine Amputation oder eine Lähmung. Sitzende Sportlerinnen und Sportler sind Rollstuhlfahrer und benutzen für die Skirennen einen Monoskibob. Der Monoskibob ist eine Art Bob mit einem Ski. Der Fahrer kann damit sitzend Rennen fahren. Je nach physischer Voraussetzung fahren die Athleten auf einem oder zwei Skis, benützen einen oder zwei normale Skistöcke oder bedienen sich der sogenannten Stabilos, welche Skistöcke mit kleinen Skis statt der üblichen Tellerchen sind.

Sehbehinderte und blinde Athletinnen und Athleten fahren mit einem Guide. Der Guide fährt in einem je nach Disziplin unterschiedlichen Abstand vor seinem Rennfahrer und gibt ihm Hinweise zum Terrain, Richtungsanweisungen und andere essentielle Informationen. Die Kommunikation zwischen Fahrer und Guide geschieht über Funk oder durch Zurufen.

Ein spezielles Resultateberechnungssystem mit einem Zeitfaktor ermöglicht einen Leistungsvergleich zwischen den verschiedenen Behinderungsarten innerhalb einer der drei Kategorien.

Pro Kategorie werden Rennen in den Disziplinen Slalom, Riesenslalom, Superkombination, Super-G und Abfahrt durchgeführt.


Langlauf und Biathlon

Wie im Ski alpin starten die Athleten/-innen auch in den Disziplinen Langlauf und Biathlon in den Kategorien stehend, sitzend und sehbehindert/blind. Im Gegensatz zu den Alpinen benützen die Langläufer und Biathleten keine Stabilos, sondern übliche Skistöcke. Die Sitzenden fahren in einem Schlitten auf Langlaufskis.

Sehbehinderte oder blinde Sportler/innen bestreiten ihre Wettkämpfe ebenfalls mit einem Guide, der sie mit den nötigen Anweisungen durch das Rennen begleitet. Die sehbehinderten oder blinden Biathleten schiessen mit einem Laser. Die Aufgabe des Zielfernrohrs übernimmt ein Kopfhörer, der Töne wiedergibt. Je höher der Ton desto besser der Schuss.

Prozentsystem zur Berechnung der definitiven Zeit im Langlauf und Biathlon
Während im Ski alpin mit einem Zeitfaktor gerechnet wird, wird die Schlusszeit im Langlauf und Biathlon mit einem Prozentsystem berechnet. Je nach Behinderungsklasse wird jedem Athleten und jeder Athletin einen Prozentwert zugeteilt, welcher am Schluss des Rennens mit der Rennzeit multipliziert wird.


Curling
Im Curling starten ausschliesslich Athleten/-innen, welche im Rollstuhl sitzen. Die Teams müssen gemischt sein, d.h., von den vier Teammitgliedern muss mindestens immer eine Frau resp. ein Mann auf dem Eis stehen.

Im Rollstuhl-Curling gelten die normalen Curlingregeln mit einer Ausnahme: Im Unterschied zum Fussgänger-Curling wird der Stein im Behindertensport mehrheitlich nicht mit der Hand, sondern einem "Stick" abgegeben. Der Verlauf des Steins kann nicht mit Wischen verändert werden. Ist der Stein weg, gibt es keine Möglichkeit mehr, in irgendeiner Form einzugreifen. Dies erschwert das zweieinhalb Stunden dauernde Spiel zusätzlich. Ein Teamkollege stabilisiert jeweils den Rollstuhl bei der Abgabe (Rückstoss). Ansonsten sind die Regeln mit jenen der Nichtbehinderten identisch.