Paralympic News

27.09.2004
Noch vier Medaillen zum Abschluss
Der letzte Wettkampftag bei den Paralympics in Athen brachte den Schweizern vier weitere Medaillen. Die ersten holten Franz Weber und Franz Nietlispach, die das Handbike-Einzelzeitfahren in ihrer Klasse als Dritte beendeten. In den Rollstuhl-Rennen über 200 Meter gewannen Manuela Schär und Beat Bösch eine Silber- bzw. Bronze-Auszeichnung. Mit einem Total von 16 Medaillen - 2 goldene, 5 silberne, 9 bronzene - haben sich die Erwartungen erfüllt.

Seriensiegerin Chantal Petitclerc (Kanada) war über 200 Meter der Frauen (T 54) einmal mehr nicht zu bremsen und heimste bereits ihre fünfte Goldmedaille ein. Dahinter aber etablierte sich Manuela Schär als Nummer zwei auf den Sprintstrecken. Die junge Luzernerin blieb am Start zwar leicht hängen, drehte dann aber kontinuierlich auf und hielt ihre stärkste Gegnerin im Kampf um Platz zwei, die Amerikanerin McFadden, auf Distanz.

Beat Bösch hatte sich für den Final der Männer über 200 Meter (T 52) etwas mehr ausgerechnet. Anlass dazu hatten Vergleiche im Training gegeben. Im Rennen lief aber nicht alles wie „geplant“. Der Luzerner verkrampfte sich ein wenig und war im Ziel froh, wenigstens noch die Bronzemedaille gerettet zu haben. Gold gewann der Kanadier Beaudoin vor Hernandez (Mexiko). Als allerletzter Schweizer im Einsatz war der 5000m-Läufer Christoph Sommer.
Der Berner zeigte eine sehr gute Leistung und holte sich als Sechster ein olympisches Diplom.


Manuela Schär, Silber über 200 m


Beat Bösch, Bronze über 200 m

Verzicht auf Marathon lohnte sich

Der Verzicht auf eine Teilnahme am kräfteraubenden Marathon hat sich für Franz Nietlispach ausgezahlt. In der elf Kilometer langen Prüfung gegen die Uhr sicherte sich der 46jährige doch noch die ersehnte Medaille. Der Sieger hiess Marcel Pipek (Tschechien). Zweiter wurde der Österreicher Johann Mayrhofer. Der zweite Schweizer im Feld der Klasse HC B/C, Markus Rauber, belegte den sechsten Rang.

Zur zweiten Auszeichnung in der erstmals ausgeschriebenen Sportart Handbikefahren kam ein weiterer Aargauer. Franz Weber, im Strassenrennen nur knapp geschlagen, kam in der Prüfung der Klasse HC A (5 km) hinter Etzlstorfer (Österreich) und Turecek (Slowakei) mit der drittbesten Zeit ins Ziel.
Beat Schwarzenbach (LC 3) schloss sein Pensum mit einem 8. Platz im Zeitfahren ab, während Ivan Renggli (LC 1) gar nicht mehr antrat.


Franz Nietlispach, Bronze Handbike-Einzelfahren


Franz Weber, Bronze Handbike-Einzelfahren


Urs Kolly zum Fahnenträger ernnant

Nach zehn Tagen intensiver Wettkämpfe werden die 12. Sommer Paralympics in Athen am Dienstag abgeschlossen. Bei der Schlussfeier im Olympiastadion wird das Swiss Paralympic Team mit Urs Kolly an der Spitze einmarschieren. Mit seiner Wahl zum Fahnenträger würdigte die Delegationsleitung die herausragenden Leistungen des Freiburgers, der als einziger Schweizer - zweimal - zuoberst auf dem Siegerpodest stand.

Verkürzte Schlussfeier

Das Organisationskomitee hat kurzfristig beschlossen, den Showteil der Schlussfeier zu streichen. Tragischer Hintergrund dieser Massnahme ist der Tod von sieben Schulkindern, die auf der Fahrt nach Athen, zum Besuch der Paralympics, verunglückt waren. Missionschef Hugo Wölfli hat den Angehörigen der Opfer namens des Swiss Paralympic Teams sein Beileid ausgedrückt. Ausserdem gedachten die beim offiziellen Empfang des SPC am Montag anwesenden Gäste den Verstorbenen mit einer Schweigeminute.


Der zweifache Goldmedaillengewinner Urs Kolly

Fotos: Keystone / Eddy Risch