| 26.09.2004 |
| Das erste Dutzend ist voll |
| Am neunten Wettkampftag der Paralympics 2004 in Athen wurde das erste Dutzend an Medaillen für das Schweizer Team voll. Pia Schmid belegte im Rollstuhlrennen über 200 Meter den zweiten Platz und gewann damit ihre erste Medaille an Paralympics. Im Marathon dagegen erfüllten sich die Hoffnungen auf Spitzenplätze nicht. Heinz Frei wurde Siebter, Edith Hunkeler und Sandra Graf kamen als Vierte bzw. Fünfte ins Ziel. Die "Premiere" hätte eigentlich über 100m stattfinden sollen, der Strecke, auf der sich Pia Schmid besonders zuhause fühlt. Nachdem der Sprint in ihrer Klasse aus dem paralympischen Programm jedoch gestrichen worden war, setzte sie grösstenteils auf 200 m - mit Erfolg, wie sich nun zeigte. Die 35jährige Luzernerin fuhr ein beherztes Rennen, in dem sie Weltrekordhalterin Lisa Franks (Kanada) nicht bedrängen konnte, ihrerseits aber die Mexikanerin Leticia Torres klar distanzierte, und mit der Silbermedaille belohnt wurde. Keine Medaille im Marathon Als eine der schwersten Marathonstrecken hatten die Athleten diejenige in Athen schon im Vorfeld bezeichnet - und die Einschätzung bestätigte sich. Sie bevorzugte Leichtgewichte und starke Bergfahrer. Einer, der die aufgrund eines höheren Behinderungsgrades vorhandenen Nachteile nicht wettmachen konnte, war auch Heinz Frei. Der nach dem Verzicht von Franz Nietlispach einzige Schweizer im 33köpfigen Feld fuhr mit mehr als sechs Minuten Rückstand auf den Gewinner, Kurt Fearnley, als Siebenter ins Ziel. Der überraschend starke Australier hatte früh eine Entscheidung gesucht, und da sich seine Verfolger nie wirklich zu einer kompakten Gruppe fanden, entwickelte sich ein "Einzelverfolgungsrennen", wodurch sich auch die grossen Zeitabstände erklären. Silber gewann Kelly Smith (Kanada) vor Tomasz Hamerlak (Polen). Knapper war die Entscheidung bei den Frauen. Die Japanerinnen feierten durch Kazu Hatanaka und Wakako Tsuchida gar einen Doppelsieg, wobei Tsuchida nur um zwei Sekunden schneller war als Cheri Blauwet (USA). Beste Schweizerin unter 16 Startenden war Edith Hunkeler auf dem vierten Platz. Daran war insofern nichts undankbar, als die Luzernerin unterwegs fast sieben Minuten auf Hatanaka verlor. Sandra Graf besass genauso wenig Chancen auf eine Medaille. Als Fünfte blieb die Appenzellerin immerhin noch unter der Zweistundengrenze. Erste Tennis-Medaille für die Schweiz Vorüber sind die Paralympics 2004 für die Reiter, Schützen, die Bogenschützen, die Tennis- und Tischtennisspieler sowie die Schwimmer. In diesen Sportarten als letzte Schweizer im Einsatz waren Karin Suter-Erath und Sandra Kalt, die im Damen-Doppel die erste Paralympics Medaille - eine bronzene - für unser Land im Tennis gewannen, sowie das Tischtennis-Duo Christian Sutter/Rolf Zumkehr, das in der zweiten Runde der Doppelkonkurrenz gegen die favorisierten Franzosen ausschied. Im Schwimmen sicherte sich Chantal Cavin im 50m-Freistil-Rennen als Sechste ein weiteres Diplom, gleichfalls Nathalie Suter in der selben Disziplin auf Platz 8 und Daniel Künzi, der über 50m Butterfly als Fünfter anschlug. Mitfavoriten aus der Schweiz Am Montag stehen zum Abschluss der Radbewerbe die Einzelzeitfahren bevor. In der Kategorie Handbike gehören Franz Weber, Franz Nietlispach und Markus Rauber zu den Kandidaten auf vorderste Plätze. Dagegen haben Ivan Renggli, Beat Schwarzenbach und das Tandem Ioset/Howald in den Strassenrennen zuviel verloren, als dass an einen Vorstoss in die Top Drei des Gesamtklassements noch zu denken wäre. Am Abend fallen die letzten Entscheidungen in der Rollstuhl-Leichtathletik. Unter anderen könnten dabei Beat Bösch und Manuela Schär eine weitere Medaille holen. |