| 25.09.2004 |
| Einmal Gold, zweimal Bronze und ein Europarekord |
| Die Erfolgsserie der Schweizer bei den Paralympics setzte sich am achten Wettkampftag fort. Urs Kolly holte mit einem neuen Europarekord (6,68 m) im Weitsprung die zweite Goldmedaille. Jeweils Bronze gewannen Karin Suter-Erath/Sandra Kalt im Tennis-Doppel der Damen und der junge Rollstuhl-Leichtathlet Marcel Hug im 800m-Final T54. Die Schweiz totalisiert damit 11 Medaillen bisher. Der 36jährige Freiburger Urs Kolly (unterschenkelamputiert) setzte einem erfolgreichen Tag für das Schweizer Team die Krone auf. Der Sieger des Fünfkampfes zeigtre sich trotz einer Erkältung in glänzender Verfassung und lag beim Weitsprung von Anfang an in Führung. Weitester Versuch war sein letzter, mit dem er gleichzeitig einen neuen Europarekord aufstellte. Zweiter wurde Di Barbera (Italien) vor dem Amerikaner Shirley. Frisch und unbekümmert präsentierte sich Marcel Hug im 800m-Final der Rollstuhlfahrer. Er bewies überdies eine gute Nase, die ihm im Endspurt zu einer günstigen Position und schliesslich zu Bronze - hinter dem Japaner Yoshuoka und dem Südafrikaner Van Dayk - verhalf. Heinz Frei , Sechster, dagegen hatte sich den Ausgang des 800m-Finals in seiner Kategorie schon ein bisschen anders vorgestellt und war entsprechend enttäuscht. In einer weiteren Bahnentscheidung hielt Manuela Schär gut mit und durfte mit dem 5. Rang gegen Spezialistinnen auf der 400m-Strecke durchaus zufrieden sein. Die Beste von ihnen, in neuer Weltrekordzeit, war Chantal Petitclerc (Kanada). Von 1:5 zu 7:5 und zu Bronze Das Tennis-Duo Karin Suter-Erath/Sandra Kalt holte die zweite Bronzemedaille, musste diese aber hart erkämpfen. Im kleinen Final gegen Japan lagen die Schweizerinnen im ersten Satz 1:5 zurück, ehe sie das Spiel drehen konnten, schliesslich 7:5 siegten und im zweiten Satz mit 6:3 alles klar machten. Daniel Künzi schlug über 50m Butterfly als guter Fünfter an und besitzt eine weitere Chance im Freistil-Bewerb, während die Radrennfahrer Beat Schwarzenbach und Ivan Renggli nach den im Strassenrennen erzielten Plätzen 9 und 4 für die Gesamtwertung, zu der auch das Einzel-Zeitfahren am Montag zählt, keine besonders guten Karten haben. Marathon ohne Nietlispach Die Paralympics erreichen am Sonntag einen weiteren Höhepunkt, wenn die Rollstuhl-Leichtathleten zum Marathon antreten. In den Klasse T 54 sind 17 Frauen, inklusive Sandra Graf und Edith Hunkeler, sowie 37 Männer gemeldet. Einziger Schweizer unter diesen ist Heinz Frei, denn Franz Nietlispach, 2000 Sieger in Sydney, verzichtet, entgegen seiner ursprünglichen Absicht, auf eine Teilnahme am Rennen auf historischer Strecke. Einerseits erachtet der 46jährige Aargauer seine Aussichten auf einen Spitzenplatz im Marathon als sehr mässig. Anderseits steht am Montag das Einzelzeitfahren der Handbiker auf dem Programm, in dem Nietlispach bessere Chancen auf den Gewinn einer Medaille zu haben glaubt. Diese wären durch den hohen Kraftverschleiss im Marathon zweifellos geschmälert worden. Photo (c): Roland Keller |