| 21.09.2004 |
| Endlich Medaillen: Einmal Silber, zweimal Bronze |
| Mit dem Gewinn von drei Medaillen - eine silberne und zwei bronzene - am vierten Wettkampftag konnte das Schweizer Team bei den Paralympics in Athen die ersten Früchte ernten. Edith Hunkeler wurde Zweite über 5'000 Meter, Manuela Schär und Marcel Hug belegten über 100 bzw. 1'500 Meter jeweils den dritten Rang. Welch' ein Drama für Sandra Graf Ein gutes Gesamtergebnis hätte bei etwas mehr Wettkampfglück der Rollstuhl-Leichtathleten sogar noch besser ausfallen können. Heinz Frei fehlte im 10'000m-Rennen nur wenig zum dritten Rang, während Franz Nietlispachs Chancen durch einen Matrerialdefekt geschmälert wurden. Die tragische Figur des Abends war indessen Sandra Graf. Am Rennrollstuhl der 5000m-Weltrekordhalterin löste sich im Laufe des Rennens eine Schraube, weshalb sie ihr Gefährt nicht mehr richtig steuern konnte und jedes Mal einige Meter verlor. Zwar kämpfte sich die Appenzellerin immer wieder wieder an die Spitzengruppe heran. Letztlich aber musste sie einsehen, dass es unter diesen Umständen zu einem Spitzenplatz nicht reichen würde. Die Enttäuschung bei Sandra Graf - trotz unglaublichem Pech noch Sechste - war dementsprechend. Sie konnte bittere Tränen nach dem Zieleinlauf nicht mehr zurückhalten. Der Nachwuchs im Rampenlicht Für eine positive Überraschung hatte am Morgen bereits Marcel Hug gesorgt. Der erst 18jährige verhielt sich im 1500m-Rennen der Männer gegen starke, erfahrene Gegner wie ein Routinier und musste sich nur von Saul Mendoza (Mexiko) und Ernst Van Dyk (Südafrika) schlagen lassen. ![]() Glücklicher Bronzemedaillengewinner Marcel Hug Manuela Schär, auch sie noch jung und erstmals am Start bei Paralympics, tat es ihm im 100m-Sprint der Frauen gleich. Die Siegerin in Weltrekordzeit hiess Chantal Petitclerc (Kanada), den zweiten Platz belegte die Amerikanerin Tatjana McFadden. ![]() Manuela Schär kanns kaum fassen Eine gleichfalls glänzende Leistung zeigte Edith Hunkeler über 5'000m. Sie hielt stets Kontakt zu ihren härtesten Gegnerinnen und bog zuerst in die Zielgerade ein, wo sie zum Schluss aber noch von der Japanerin Wakako Tsuchida abgefangen wurde. Dritte wurde Cheri Blauwet (USA). Im 10'000m-Rennen der Männer kam Joel Jeannot, unter anderem Sieger des Internationalen Rollstuhl-Marathons in Schenkon, zum erwarteten Erfolg. Der Franzose besass auf den letzten Metern deutlich mehr Reserven als die beiden Thailänder Prawat Wahorum und Rawat Tanat. Heinz Frei, der auf dem letzten Viertel der Strecke aufs Tempo drückte, war als Siebter viel näher an einer Medaille als der Rang glauben liesse, denn sein Rückstand auf den Gewinner der Bronzemedaille betrug lediglich sechs Zehntelsekunden. Auch für Franz Nietlispach (9.) wäre vielleicht mehr dringelegen, vorausgesetzt das rechte Rad seines Rollstuhls hätte bis zum Schluss rund gedreht anstatt an der Abdeckung gestreift. Tennis-Damen im Vormarsch Urs Kolly gab das Speerwerfen im Hinblick auf den Fünfkampf vorzeitig auf, Tischtennisspielerin Alice Rast (Zürich)verlor das Spiel um Rang drei und Schütze August Wyss (Mels) erreichte als Achter das Finale, blieb jedoch ohne Medaillenchance. Hans-Peter Steffen belegte in der selben Konkurrenz den 21. Platz. Im Schwimmen schied Natahlie Suter als Fünfte ihres bVorlaufes über 100 Meter Brust und Sara Tretola beendete ihr Paralympics-Debut im 1000m-Zeitfahren auf der Radrennbahn als 16. Gut auf Kurs sind dagegen die Tennis-Damen. Sandra Kalt ist im Einzel weiterhin dabei und schaffte zusammen mit Karin Suter-Erath den Einzug in die nächste Runde auch im Doppel. Fotos: KEYSTONE / Eddy Risch |