Paralympic News
| 03.09.2004 | Pressekonferenz des Swiss Paralympic Team, 02.09.04 in Rothrist | |
| Mit 15 Medaillen unter die Top 30 40 Schweizer Athleten nehmen vom 17. bis 28. September in Athen an den Paralympics 2004 teil. Ihre Einsätze verteilen sich auf Wettkämpfe in acht Sportarten, wobei die grössten Erwartungen in einem merklich verjüngten Team auf den Routiniers ruhen. Die Delegationsleitung hofft auf ein ähnliches Ergebnis wie 2000, als die Schweizer 20 Medaillen gewannen. Das Swiss Paralympic Team umfasst rund 70 Personen. Den Hauptharst bilden 40 Athleten (14 Frauen und 26 Männer). 26 von ihnen starten in der Klasse Sitting, 14 in der Klasse Standing. Mit Claudia Straub-Bläuer ist die Schweiz erstmals überhaupt im Pferdesport vertreten, und neu im Paralympics-Programm sind Handbike-Rennen. Im Gegensatz zu Sydney sind im Segeln und Rollstuhl-Rugby keine Schweizer dabei. Premiere für 19 Schweizer In Athen werden mehr als 4'000 Athleten aus 145 Nationen erwartet. Das bedeutet auch: mehr und härtere Konkurrenz im Kampf um Medaillen. Darüberhinaus ist an der nationalen Spitze ein Generationenwechsel im Gange. So erleben 19 teils sehr junge Schweizer in Athen ihre Paralympics-Premiere. Hoffnungsträger sind daher in erster Linie jene im Team, die ausser Können auch ihre Erfahrung aus Titelkämpfen einbringen können. "15 oder mehr Medaillen sind möglich, wenn die Besten ihr ganzes Potenzial ausschöpfen können und da oder dort jemand über sich hinauswächst. Dann müsste es uns auch gelingen, im Nationenklassement einen Rang zwischen 25 und 30 zu belegen," sagt Teamchef Peter Läuppi. Richten sollen es hauptsächlich die Leichtathleten sowie die Teilnehmer an den Rad- und Handbike-Rennen. Gute Chancen auf Spitzenplatzierungen besitzen Schweizer vereinzelt auch im Tennis, Tischtennis, Schwimmen und Schiessen. Hoher Besuch in Athen Bundespräsident Joseph Deiss wird das Swiss Paralympic Team in den Tagen vom 16. bis 18. September in Athen besuchen und auch beim offiziellen Empfang in der Schweizer Botschaft am 16. September anwesend sein. Empfang am 29. September in Kloten Das Swiss Paralympic Team kehrt am 29. September aus Athen zurück. Ankunft in Zürich-Kloten: 16.05 Uhr Am 7. Oktober gibt der Bundesrat in Bern einen Empfang für die erfolgreichen Schweizer Teilnehmer bei den Olympischen Spielen sowie bei den Paralympics. Am 19. November ehrt das Swiss Paralympic Committee die besten "seiner" Athleten an den Paralympics sowie in Athen nicht vertretene Sportler, die im Laufe des Jahres bei internationalen Meisterschaften erfolgreich waren. Das Swiss Paralympic Team Delegationsleitung. Missionschef: Hugo Wölfli (Steffisburg), Präsident Swiss Paralympic Committtee. Teamchef: Peter Läuppi (Seengen). Stv. Teamchefin: Ursula Göldi-Joss (Nänikon). Media Officer: Roland Spengler (Nottwil). Teamarzt: Dr. med. Simon Feldhaus (Brunnen). Frauen. Sitting. Leichtathletik: Simone Buess (Niedergösgen), Sandra Graf (Gais), Edith Hunkeler (Egolzwil), Manuela Schär (Altishofen), Pia Schmid (Oberkirch). - Tennis: Sandra Kalt (Hochfelden), Karin Suter-Erath (Wettingen). - Tischtennis: Alice Rast (Zürich). - Standing. Rad: Sara Tretola (Oberfrittenbach). - Reiten: Claudia Straub-Bläuer (Altwis). - Schwimmen: Chantal Cavin (Bern), Christina Heer (Herrliberg), Nathalie Suter (Tafers), Tamara Vaucher (St. Ursen). Männer. Sitting. Bogenschiessen: Robert Lehner (Gampel). - Leichtathletik: Beat Bösch (Grosswangen), Heinz Frei (Etziken), Marcel Hug (Pfyn), Edison Kasumaj (Stein am Rhein), Tobias Lötscher (Sursee), Bojan Mitic (Hochdorf), Franz Nietlispach (Zeiningen) - Handbike: Franz Nietlispach (Zeiningen), Markus Rauber (Lupfig), Franz Weber (Muri AG). - Schiessen: Jürg Kohler (Tscherlach), Otto Koller (Freienbach), Hans-Peter Steffen (Büren aA), August Wyss (Mels). - Tennis: Daniel Dalla Pellegrina (Ennenda), Martin Erni (Rohr). - Tischtennis: Christian Sutter (Salzburg/AUT), Rolf Zumkehr (Fehraltorf). - Standing. Leichtathletik: Lukas Hendry (Fribourg), Urs Kolly (Tafers), Christoph Sommer (Utzenstorf). - Rad: Raphael Ioset (Moutier), Ivan Renggli (Cadenazzo), Beat Schwarzenbach (Galgenen). - Schwimmen: Daniel Künzi (Subingen). - Schiessen: Patrick Plattner (Dietikon). Guides. Rad: Beat Howald (Court), Tandem-Pilot von Raphael Ioset. - Leichtathletik: Martin Stirnemann (Wünnewil), Guide von Lukas Hendry. Lukas Christen in Athen nicht dabei Der mehrfache Paralympics-Sieger und Weltmeister Lukas Christen (Sempach) verzichtet verletzungsbedingt auf eine Teilnahme an den Paralympics 2004 in Athen (17. bis 28. September). Wegen einer Entzündung im Bereich der Achillessehne konnte der Titelverteidiger über 200m und im Weitsprung (Oberschenkelamputierte/Klasse Standing) in den vergangenen Wochen kein spezifisches Lauf- und Sprungtraining mehr absolvieren. Unter diesen Umständen sieht der 38jährige Luzerner, wie er selber sagt, "keine Chance, die für einen Spitzenplatz nötigen Leistungen zu erreichen", und hat sich vorzeitig zum Rückzug entschlossen. Lukas Christen wurde im bisherigen Verlauf der Saison von etlichen kleinen Blessuren geplagt, die vor allem durch Höchstbelastung auf harten Bahnen und beim Absprung ausgelöst wurden. Ausgiebige Tests mit weicherem Schuhwerk und in weniger "explosiven" Disziplinen fielen zwar sehr ermutigend aus - Christen lief die 1'000 Meter in neuer Schweizer Rekordzeit - doch bestand keine Möglichkeit mehr, sich für entsprechende Wettkämpfe bei den Paralympics zu qualifizieren. Vom weiteren Verlauf der Genesung ist auch abhängig, ob der vor vier Jahren in Sydney erfolgreichste Schweizer Paralympics-Athlet in den verbleibenden Monaten bei ausgewählten Meetings noch antreten wird. Text: Roland Spengler |