Paralympic Inside Stories

23.09.2004
Cocktail
Die Griechen sind zurück aus den Ferien und der Unterricht an den Schulen hat wieder begonnen, mit Unterbrüchen allerdings. Täglich reihen sich auf den Ausfallstrassen zig Busse, mit denen Kinder und Jugendliche zu Hunderten zum Besuch der Paralympics gefahren werden. Dank ihnen herrscht frühmorgens in diversen Stadien schon eine fröhliche und (laute) Stimmung. Ganz allgemein kann man bezüglich Besucherzahlen von einer guten Resonanz sprechen, die auch manchen Athleten mitreisst. Abends zaubert die Sonne wunderbare Lichtspiele in die futuristisch gestalteten Wettkampfanlagen.
Fotos: Stefan Wida und Peter Läuppi


Das Interesse der Medien an den Schweizer Athleten in Athen ist erfreulich gross und es geht auch nicht immer nur darum, den Zuhausegebliebenen via Radio, TV oder Zeitungen zu berichten, was sich in den Stadien abspielt. Bruno Loher und Stefan Roesch von SF DRS beispielsweise benützten einen relativ ruhigen Tag, um die Rollstuhltennis-Spieler im Olympiadorf im "privaten" Umfeld zu filmen. Heinz Frei anderseits wurde von Mitarbeitern des Ersten Deutschen Fernsehens vor die Kamera gebeten. Gefragt ist der Solothurner zudem bei Journalisten aus Japan, wo Frei dank seiner Siegesserie im Marathon von Oita einen hohen Bekanntheitsgrad hat.

Von Rollstuhlfahrern aus China hörte und sah man bis dahin wenig oder nichts. Das dürfte sich spätestens in vier Jahren, bei den Paralympics 2008 in Peking, ändern. Einen Hinweis darauf gabs in der Männerstaffel über 4x400m, in der das chinesische Quartett im Vorlauf einen neuen Weltrekord erzielte. Zwar konnte dieser, wegen nachträglicher Disqualifikation, nicht anerkannt werden. Ihr Potenzial aber haben die Chinesen - in ihrem Land gibt es 60 Millionen Menschen mit Körperbehinderung - dennoch mehr als angedeutet.

Auch die Paralympics 2004 haben ihre Dopingaffären. Die neuste betrifft zwei Mitglieder des Teams aus Aserbeidschan, genauer eine Gewichtheberin und einen Gewichtheber. Beide wurden der Einnahme von Nandrolon bzw. Stanolozol überführt und vom IPC lebenslänglich gesperrt, da sie zuvor schon bei internationalen Meisterschaften erwischt und mit einer Sperre von 2 Jahren belegt worden waren.