10. September 2019

Silvio Keller (Wallbach) und Valentin Kneuss (La Cibourg) vertreten die Schweiz vom 16. bis 21. September an der Para Tischtennis-EM im schwedischen Helsingborg.

Vor zwei Jahren schaffte es Rollstuhl-Tischtennisspieler Silvio Keller in Lasko (SVK) an seiner sechsten Europameisterschaft erstmals in die Viertelfinals, verlor den Match gegen den Briten Paul Davies jedoch nach zwei vergebenen Satzbällen 1:3. An der letztjährigen WM scheiterte der verheiratete Tetraplegiker (Unfall bei der militärischen Aushebung) an zwei Koreanern, den Nummern eins und vier des Turniers. «In Abwesenheit der Asiaten müsste demzufolge eine EM-Medaille das Ziel sein. Ehrgeizig genug bin ich und möglich müsste es sein», erklärt der 36-jährige Paralympics-Fünfte von London 2012.

 

Die EM soll nebenbei den Weg an die Paralympics 2020 in Tokio ebnen. Silvio Keller benötigt beim bevorstehenden EM-Vorbereitungsturnier in Tschechien und den anschliessenden Titelkämpfen Punkte, um sich im Welt-Ranking nach vorne zu schieben. «Die Top 12 sind für Tokio qualifiziert, Nummer 13 war ich schon. Derzeit liege ich ungefähr auf Position 16. Einzelne Koreaner werden noch vom Welt-Ranking gestrichen werden, weil pro Nation nur ein Trio starten darf. Aber darauf verlassen möchte ich mich nicht.»

 

Realist Philipp Zeugin
Nationaltrainer Philipp Zeugin (Duggingen) dämpft zu hohe Erwartungen. «Ich bin Realist. Zuerst geht es darum, die nicht einfache Gruppenphase zu überstehen.» Mitentscheidend wird nach Ansicht des beim TTC Aesch (1. Liga) aktiven Coachs sein, ob Teilzeit-Kaufmann Keller in der Klasse T1 zwei Partien in Folge auf konstant hohem Niveau zu spielen vermag. «Daran ist Silvio in der Vergangenheit verschiedentlich gescheitert. Er kann jeden Gegner schlagen, aber auch gegen schwächer eingestufte Spieler verlieren.»

 

Der zwei Jahre jüngere Valentin Kneuss (Diplegie/Geburtsgebrechen) schaffte es bisher dreimal an einer EM (2009/2011/2017) ins Achtelfinale. «Für ihn», so Philipp Zeugin, «wird es ebenfalls darum gehen, in der Klasse 6 die Gruppenhase zu überstehen. Er hat sich zuletzt verbessert und wird die EM im Hinblick auf eine mögliche erste Paralympics-Teilnahme in Tokyo 2020 bestreiten.»
Was im Para Tischtennis möglich ist, erlebte Philipp Zeugin 2014 an der WM in Peking. Keller und Zeugin verloren ihre beiden Gruppenspiele in der chinesischen Hauptstadt jeweils 0:3. Das war für Trainer und Spieler der Tiefpunkt in ihrer langjährigen Zusammenarbeit. «An der EM 2019 in Helsingborg wird dies nicht passieren», verspricht Silvio Keller.

 

Klasseneinteilung
Die Klasseneinteilung kennzeichnet im Para Tischtennis den wettbewerbsrelevanten Grad der funktionellen Körperbehinderung. Niedrige Klassenziffern zeigen einen höheren Grad der Beeinträchtigung als hohe Klassenziffern. Sportlerinnen und Sportler mit den Klassenziffern 1 bis 5 starten sitzend (Rollstuhl), Sportler mit den Klassenziffern 6 bis 11 stehend.

Text: Urs Huwyler, Swiss Paralympic

 

Programm
Ankunft 14. September 2019
Wettkampftage Single Events 16. – 18. September 2019
Rückreise 19. September 2019

 

Offizielle Eventwebseite: https://www.ittf.com/tournament/5090/European-Para-Championships-2019/#news

18.09.2019

Silvio Keller gewinnt Bronze

Silvio Keller (Wallbach) verliert an der Para-Tischtennis EM in Helsingborg (SWE) den Halbfinal gegen Robert Davies (GBR) mit 0:3 (3:11, 12:14, 6:11). Erstmals in der 13jährigen Karriere gewinnt der Tetraplegiker an internationalen Titelkämpfen eine Medaille.
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17.09.2019

Silvio Keller gewinnt Medaille

An der Para-Tischtennis EM in Helsingborg qualifiziert sich Silvio Keller (Wallbach) für die Halbfinals und gewinnt damit zumindest Bronze. Valentin Kneuss (Le Cibourg) ist nach der Gruppenphase ausgeschieden.
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17.09.2019

Sarah Ennemoser verstärkt das Swiss Paralympic-Team

Die Journalistin Sarah Ennemoser ergänzt ab Januar 2020 das Team von Swiss Paralympic. Die Südtirolerin wird den Bereich Medien & Kommunikation von Célina Hangl übernehmen. Die ehemalige Skirennfahrerin wird nach ihrer Mutterschaft im 50%-Pensum die Bereiche Marketing, Events & Sponsoring weiterentwickeln. «Ich freue mich sehr, weiterhin den Behindertenspitzensport in der Schweiz zu unterstützen. Im Bereich Marketing & Sponsoring ist noch viel Optimierungspotential vorhanden, welches in der Vergangenheit aus Ressourcengründen oft vernachlässigt werden musste. Dies in Angriff nehmen zu dürfen, motiviert mich sehr», kommentiert Célina Hangl.
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