Quick Facts

  • Status

    Aktiv
  • Wohnort

    2503 Biel BE

  • Geburtsdatum

    20.06.1962

  • Beruf

    Büroangestellte

  • Behinderung

    Poliomyelitis - Kinderlähmung

Mit zwei Jahren wurde Adela Al Roumi im Jahre 1964 von ihren Eltern aus Kuwait in die Schweiz, ins Kinderspital Zürich, gebracht. Das kleine Kind war an Polio (Kinderlähmung) erkrankt. Sie blieb allein in der Schweiz und wuchs im Kinderspital Affoltern am Albis auf, die Eltern reisten zurück in ihr Heimatland.

Mit etwa 16 Jahren kam die junge Frau via den Rollstuhlclub Kriens erstmals mit Sport im Rollstuhl in Kontakt und war sofort fasziniert. Während ihrer Lehre in der Stiftung Battenberg in Biel wurde der Rollstuhlsport zu einem festen Bestandteil ihres Lebens. Sie begann Basketball zu spielen, merkte aber bald, dass ihr der Individualsport mehr zusagt und sie begann, Leichtathletik (Kurzstrecken und Wurfdisziplinen) sowie Slalom zu trainieren. Slalom ist heute leider aus dem paralympischen Programm verschwunden, ist aber eine äusserst spannende Disziplin. Die Athletinnen und Athleten mussten in ihrem Alltagsrollstuhl verschiedene Geschicklichkeitsübungen möglichst präzise und schnell absolvieren.

Die junge Frau erwies sich als äusserst talentiert und startete 1979 für ihr Heimatland Kuwait zum ersten Mal an einem internationalen Titelkampf. Von den World Games in Stoke Mandeville (England) kehrte sie mit sieben Goldmedaillen zurück, die sie in den Rollstuhlrennen über 60m, 200m, 400m, im Kugelstossen, im Speer- und Diskuswerfen sowie im Slalom gewinnen konnte.

Im folgenden Jahr konnte sie an ihren ersten, von vier, paralympischen Spielen teilnehmen und mit drei Medaillen im Gepäck nach Hause reisen. Insgesamt gewann Adela al Roumi für Kuwait zehn paralympische Medaillen, davon fünf goldene. Mit ihrem Einsatz und ihren Erfolgen nahm sie in ihrem Heimatland eine wichtige Pionierrolle für den Rollstuhlsport ein. Dieses grosse Engagement wurde mit diversen Ehrungen belohnt.

Nach den Spielen 1992 von Barcelona suchte sie nach einer neuen Herausforderung, da das Training in der Leichtathletik sehr aufwändig war. Im Gewichtheben, beziehungsweise dem Bankdrücken, fand sie eine neue Herausforderung. Dank ihrer ausgezeichneten Grundkondition und grossen Kraft konnte sie nahtlos an bisherige Erfolge anknüpfen und zahlreiche Podestplätze erkämpfen. An den Weltmeisterschaften 1994 in Melbourne (Australien) erzielte sie, mit ihrem Körpergewicht von 63.7kg, ihre persönliche Bestleistung. Sie stiess 132.5kg, ein neuer Weltrekord.

Kurze Zeit später verletzte sich al Roumi bei einem Unfall im Aktivrollstuhl an der Schulter und musste fortan sportlich kürzertreten. Nach rund zwanzig Jahren ist Adela erneut in internationalen Ranglisten zu finden und dies wieder in einer neuen Sportart, dem Rollstuhlcurling. 2017 fand sie Gefallen an dieser Sportart und begann mit dem Training. Bald reiste sie mit dem Schweizer Team an Turniere und sammelte erste Erfahrungen auf dem internationalen Parkett. Ihr erster Grossanlass war die Curling WM 2019 im schottischen Stirling, welchen sie als Teil der Nationalmannschaft auf dem fünften Rang beendete.

Für die Zukunft möchte Adela weiter an ihrer Technik arbeiten, um die Steine noch präziser abgeben und platzieren zu können. Auch das Eis besser zu lesen und im Allgemeinen eine grössere Teamstütze zu werden, sind ihre nächsten Ziele.

Keine Resultate von diesem Sportler vorhanden.